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Junge Szene AZC

Glosse: Millionenpoker um Fußballspieler

Ann-Christin Borgert

Es geht wieder los. Der Transfermarkt boomt in der Sommerpause der Fußballligen. Schon längst haben sich zahlreiche Fußballmanager auf „Shoppingtour“ begeben, um in der kommenden Spielzeit in verstärkter Form ganz Europa zu zeigen, was Geld alles bewirken kann.

Ganz vorne dabei Florentino Pérez. Der Präsident von Real Madrid ist zurzeit eifrig damit beschäftigt, allen zu beweisen, dass den Königlichen kein Geld der Welt zu teuer ist, um zu bekommen, was sie wollen. Der Wirtschaftskrise zum Trotz kauft er „Fußballkönig“ Christiano Ronaldo mit 93 Millionen Euro aus seinem Vertrag bei Manchester United heraus. Real zeigt keine Einschränkungen in seinen Investitionen und wird bei seinem munteren Spielerkauf mit Krediten von krisengeschwächten Banken unterstützt.

Gehen diese Investitionen nach hinten los, wird vermutlich der Steuerzahler zur Rettung der Banken herangezogen. Aber was tut der eingefleischte Fußballfan nicht alles, um teure Spieler in ihrem Land Fußball spielen zu sehen?

Vielleicht sollten gar Fußballsteuern erhoben werden, damit jeder seinen Lieblingsverein mit einem festen Monatsbeitrag bei seinen sommerlichen Einkäufen unterstützen kann. Je mehr Fans, desto mehr Geld, desto „bessere“ (teurere) Spieler. Fußball gerät zur Nebensache – und nebenbei auch der Mensch an sich, moderner Menschenhandel betitelt diese Shoppingtour ganz gut.

Da es sich also vorrangig nur noch um den Handel von Spielern handelt, sollte man die ganzen Fußballspieler vielleicht bei ebay vermarkten, damit der Wunsch derjenigen mit dem meisten Geld auch ja nicht unerfüllt bleibt. So würde es wohl auch für die Scheichs und die russische Maffia einfacher werden. Sie könnten sich zunächst online ihre eigene Mannschaft ersteigern und schließlich ihren eigenen Verein gründen.

Fußball ade!

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