1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Graben war nicht mehr zu schließen

  6. >

Rot Weiss Ahlen

Graben war nicht mehr zu schließen

Cedric Gebhardt

Ahlen. Mit den Worten „Alles wird gut!“ hatte Martin Hanskötter stets seine Statements vor und nach den Spielen seiner RW A-Junioren beendet. In den letzten Monaten war ihm dabei allerdings einiges an Überzeugungskraft verloren gegangen. „Alles wird gut!“ – es schien fast so, als müsste er sich selbst dessen vergewissern, um es glauben zu können. Das ist nun nicht mehr notwendig. Seit Samstag ist Martin Hanskötter ebenso wie sein langjähriger Assistent Heiko Prinz nicht mehr Trainer der A-Junioren. Nicht etwa, weil der Vorstand ihn geschasst hätte, sondern weil er selbst es so wollte. „Die Philosophie, die ich vertreten habe, hat sich nicht mehr mit der Einstellung der Spieler gedeckt“, erkannte Hanskötter und zog selbst vorzeitig die Reißleine. Jugendleiter Wolfgang Holtz bekräftigt, dass es des Trainers freiwillige Entscheidung gewesen sei: „Martin Hanskötter hat fast sieben Jahre prima Arbeit geleistet. Nun hört er auf, weil er sich leer und ausgebrannt fühlt und die Mannschaft nicht mehr erreicht“, so Holtz.

Ein herber Schlag, der auch die RW-Oberen ebenso unerwartet wie heftig traf. Doch es dauerte nur wenige Stunden, bis ein Nachfolger gefunden war. Wolfgang Holtz erklärt sich bereit, bis Mai in die Bresche zu springen. Ihm steht mit Michael Ross ein erfahrener Co-Trainer zur Seite. „Bevor wir Schnellschüsse machen und irgendeinen Trainer verpflichten, der nicht zur Mannschaft passt, haben wir uns für diese Variante entschieden“, unterstreicht Wolfgang Holtz. Er wird zudem weiterhin Jugendleiter bleiben. Zuvorderst aber betrachtet er es als seine „allerwichtigste Aufgabe, die A-Junioren in der Bundesliga zu halten“. Um dieses Ziel zu realisieren, möchte der neue Coach einen strikteren Kurs fahren: „Ich werde mit harter Hand fungieren und nicht zulassen, dass die Jungs ihren Trainer hängen lassen“, betont Holtz.

Genau das tat das Team zuletzt bei Martin Hanskötter, der daraus die Konsequenzen zog. „Zwischen Können und Wollen hat sich ein Graben gebildet, der nicht mehr zu schließen war. Nun kann die Mannschaft beweisen, dass es auch anders geht“, meint Hanskötter. Seiner ehemaligen Mannschaft und vor allem ihm selbst ist zu wünschen, dass sich das bewahrheitet, was er immer als sein Credo verkündete: „Alles wird gut!“

Startseite