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Grill sollte kalte Wohnung aufheizen

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Altenberge. Als tragischer Unglücksfall hat sich der Tod eines Ehepaares aus Altenberge herausgestellt. Der 66-jährige Mann und seine 55-jährige Frau hatten am Samstagabend in ihrer Mietwohnung einen Holzkohlegrill entzündet, um die Räume zu heizen. Heribert Beck, Staatsanwalt in Münster, erklärte gestern, dass das Ehepaar die Elektroheizung gedrosselt hatte, weil es für das bevorstehende Osterwochenende frühlingshaften Temperaturen erwartet hatte. Da das Aufheizen länger dauerte als erwartet, waren sie auf den Holzkohlegrill ausgewichen. „Der Grill wurde erst in das Zimmer der 22-jährigen Tochter gestellt und anschließend ins elterliche Schlafzimmer“, berichtete Beck.

Am Ostersonntag, eine Familienfeier war geplant, klingelte der Sohn der Familie an der Haustür. „Die Schwester öffnete und erklärte, ihr ginge es schlecht, sie wisse nicht, wo ihre Eltern seien und sie müsse sich wieder hinlegen“, berichtet Beck. Der Sohn ging daraufhin und kehrte mit seiner Frau einige Zeit später zurück. Dieses Mal betraten sie aber die Wohnung. Da die Eltern immer noch nicht aufgetaucht waren, schaute die 22-Jährige, die als einzige von acht Kindern noch zu Hause wohnt, in das Schlafzimmer und entdeckte dort ihre toten Eltern.

In der Leitstelle der Polizei hieß es am Sonntag anfangs, es handele sich wahrscheinlich um einen Selbstmord. Nach Informationen unserer Zeitung gingen die Ermittler kurze Zeit später von einer Lebensmittelvergiftung aus. „Das hat sich aber schnell als falsch herausgestellt“, so Beck gestern. Nach der Obduktion der beiden Leichen könne man mit „höchster Wahrscheinlichkeit sagen, dass es sich um eine Kohlenmonoxidvergifet“. |Online ID: Grill

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