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Grippe: Klassenschließung unsinnig

Bettina Laerbusch

Kreis Steinfurt/Kreis Warendorf/Münster - Sechs neue Fälle von Schweinegrippe bereits gestern Morgen - gemeldet dem Kreisgesundheitsamt Steinfurt. 7, 12, 15, 18, 19 und 47 Jahre alt sind die Betroffenen. Grund zur Panik? „Nein, auf gar keinen Fall“, sagt Dr. Detlef Schmeer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes. Zwar registrierten er und seine Kollegen augenblicklich mehr Fälle als noch im Oktober („Im Oktober hatten vier nachgewiesene Fälle pro Woche, heute sind es sechs.“), doch der Verlauf der Krankheit habe sich nicht geändert. Schmeer: „Es handelt sich bei der Schweinegrippe nach wie vor um eine leichte Erkrankung.“ Nur wenn Betroffene Vorerkrankungen hätten, „vor allem wenn es sich um die Lunge handelt“, könne es schwere Verläufe geben.

Derweil nehmen die Krankmeldungen in etlichen Schulen des Münsterlandes zu. Aber: Bei Weitem sind nicht alle Schüler mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Schmeer: „Von zehn Betroffenen, die Grippe-Symptome zeigen, sind nur drei tatsächlich an der Schweinegrippe erkrankt. Das gilt bundesweit.“ Dass in einigen Schulen der Krankenstand in die Höhe schnelle - in der Realschule Telgte etwa wurden in dieser Woche 100 Krankmeldungen registriert -, hänge sicherlich auch damit zusammen, dass Eltern vorsichtiger geworden seien und ihr Kind schon bei geringen Beschwerden zu Hause ließen.

Nachgewiesene Fälle von Schweinegrippe gibt es in etlichen Schulen des Münsterlandes, aber bei Weitem nicht in allen. In der Realschule in Telgte sind vier Fälle bekannt. Im Geschwister-Scholl-Gymasium in Münster gibt es laut dortiger Schulleitung „unter fünf Fälle“; in der Geschwister-Scholl-Realschule, die im selben Gebäude untergebracht ist, war gestern von einem Fall die Rede. In der Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen wurden vier Fälle bekannt. Noch ein Beispiel: In Greven ist in einer Grundschule ein Kind erkrankt, in einer Realschule dort sind es zwei Schüler.

Klassen- oder gar Schulschließungen - wie jetzt in Mettingen - hält Dr. Detlef Schmeer aus gesundheitlicher Sicht für unsinnig. „Aus pädagogischen Gründen kann das sinnvoll sein, doch die Ausbreitung der Schweinegrippe wird dadurch nicht verhindert.“ Die Ausbreitung sei nur durch Impfungen und durch das strikte Einhalten von Hygiene-Regel zu vermeiden: Häufiges Händewaschen dämme das Risiko einer Erkrankung deutlich ein. Und: Das Reinigen von Türklinken, Lichtschalter und Handläufen sei sehr wichtig, betonte gestern unter anderen auch Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Warendorf.

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