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Grönland - Insel der schwindenden Eismassen

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Berlin – Grönland ist eine der Regionen, in denen die Erwärmung der Erde bereits deutliche Auswirkungen zeigt. Auf der zu Dänemark gehörenden Insel – mit einer Fläche von 2,2 Millionen Quadratkilometern größer als Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden und Großbritannien zusammen, aber fast menschenleer - schmelzen die Eismassen. Die Temperatur hat sich so erhöht, dass heute auf Grönland neben Kartoffeln zum Beispiel auch Erdbeeren angebaut werden können.

Der große Eisschild, der die Insel zu großen Teilen überzieht, zeigt im Sommer große schmelzende Bereiche am Rand. Dort bahnt sich sich das Schmelzwasser in starken Strömen seinen Weg ins Meer. Außerdem fließen viele Gletscher immer schneller vom Rand des Eisschildes in die Fjorde hinab und schicken auch immer mehr Eisberge ins Meer. Im Magazin „National Geographic“ wurde kürzlich Angaben des US-Forschers Eric Rignot veröffentlicht, wonach sich der Eisverlust in Grönland im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt hat.

Der Grund: die Erderwärmung, die sich insbesondere im hohen Norden zeigt. „Die Arktis erwärmt sich mit einer Rate, die mehr als doppelt so groß ist wie die der anderen Bereiche unseres Planeten“, schreibt Professor Peter Lemke, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Er verweist auf den UNKlimabericht, wonach die Temperatur von 60 Grad Nord in den vergangenen 10 Jahren um mehr als 1,5 Grad angestiegen ist. In diesem Bereich liegt auch Grönland. Die globale Temperatur hat sich demnach im gleichen Zeitraum um 0,74 Grad erhöht.

Würde die Entwicklung nicht gestoppt, würde es dennoch Jahrtausende dauern, bis Grönland, wo rund 60.000 Menschen leben, eisfrei ist. 80 Prozent des Eilands sind mit bis zu 3000 Meter dickem Eis bedeckt. Aber das Schmelzwasser von Grönland würde dazu beitragen, dass der Meeresspiegel weltweit um bis zu sieben Meter stiege – das vollständige Schmelzen vorausgesetzt.

Das hätte drastische Konsequenzen für alle Küstenbereiche und damit für nahezu die halbe Weltbevölkerung. Überschwemmungen drohen, und vor allem: Die Atmosphäre würde bei fortschreitender Erwärmung immer mehr Wasserdampf aufnehmen. Folglich würde es auch hierzulande erheblich mehr Gewitter und schweren Regen geben.

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