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Katholikentag Osnabrück

Große Fragen und kleines Glück – Katholikentag mit breitem Spektrum

wn

Osnabrück – Es sind die großen, offenen Fragen der Menschheit, auf die der 97. Katholikentag Ende Mai in Osnabrück Antworten sucht. Es sind aber auch die vielen Kleinigkeiten, die das Zusammenleben von Menschen erst menschlich werden lassen.

Nicht nur die Reaktion der Völkergemeinschaft auf Probleme wie Klimawandel, alternde Gesellschaften, Armut und den Umgang mit der Gentechnologie wollen Zehntausende Gläubige fünf Tage lang diskutieren. Sie wollen auch singen und tanzen, klettern und auf die Torwand schießen und vor allem eines: Ihren spirituellen Tank wieder einmal so richtig füllen.

1200 Einzelveranstaltungen bietet das mehr als 500 Seiten starke Programm, das das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam mit dem gastgebenden Bistum Osnabrück zusammengestellt hat. „Du führst uns hinaus ins Weite“, lautet das Motto, ein Bibelwort, dem 18. Psalm entlehnt.

Der Bogen reicht von der Fronleichnamsprozession bis zur Diskussion über die Religionsfreiheit im Olympia-Gastgeberland China, vom Podium mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur weltweiten Klimapolitik bis zur Lesung mit Schauspieler Ben Becker und zum interreligiösen Kochen.

„Im Licht unseres christlichen Glaubens und mit nüchternem Blick auf die Wirklichkeit wollen wir Positionen erarbeiten, die wir mit guten Argumenten und überzeugenden Vorschlägen öffentlich vertreten können“, schreibt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans-Joachim Meyer, in seinem Grußwort. Besonders breiten Raum wird während der fünf Tage von Osnabrück das Zusammenleben von Katholiken und Mitgliedern anderer Religionen und Konfessionen einnehmen. Der Ökumenische Kirchentag 2010 in München hat seine Strahlkraft bereits entfaltet.

Obwohl Hannovers evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann zu den meistbeschäftigten Geistlichen auf dem Katholikentag gehört und auch katholische Laienorganisationen wie „Wir sind Kirche“ etwa das Thema der gemeinsamen Kommunion von Protestanten und Katholiken ganz oben auf ihrer Gesprächsliste haben: Auch das Verhältnis der katholischen Kirche zu Juden und Moslems steht in Osnabrück zur Diskussion. Jüdische Rabbiner und Wissenschaftler wie der Augsburger Henry G. Brandt oder der Berliner Daniel Alter werden erklären, wie Juden die Bibel lesen oder den Sabbat feiern und mit Katholiken über die Stellung der Frau im Judentum diskutieren.

Der 97. Deutsche Katholikentag wäre aber kein richtiger Katholikentag, wenn dort nicht auch die leicht Skurrilen und Schrulligen ihren Platz bekämen. So wird eine „Trommelreise durch die Welt der Religionen“ ebenso wenig fehlen wie der Versuch, die asiatischen Lehren Zen und Yoga mit denen des Christentums in Einklang zu bringen. Und sogar für das „Malen innerer Bilder - Geistliche Erfahrung im kreativen Prozess“ ist noch Zeit genug.

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