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Großer Schuldenberg: Steinfurter Textilfirma Arnold Kock trudelt

Axel Roll

Steinfurt - Die Firma Arnold Kock Textil ist offensichtlich in großen finanziellen Schwierigkeiten. Die drückenden Schulden sollen jetzt über ein Planinsolvenzverfahren abgebaut werden, wie Geschäftsführer Bernd Geene am Dienstag per Pressemitteilung verbreiten ließ. Ein entsprechender Antrag ging am Mittwochmorgen beim münsterischen Amtsgericht ein.

„Beteiligungen in Osteuropa sowie gesellschaftsrechtliche Problemstellungen“ sollen für „Altlasten in erheblichem Umfang“ verantwortlich sein, nennt Geene die Gründe für die leeren Kassen. Ob die Planinsolvenz Auswirkungen auf den 100-köpfigen Mitarbeiterstab hat, darüber gab das Unternehmen keine Informationen. Geene geht davon aus, dass am Ende des Verfahrens ein entschuldeter und mit neuem Eigenkapital versehener Betrieb steht. Bis zur Eröffnung der Insolvenz soll eine Unternehmensfortführung gewährleistet sein, heißt es weiterhin in der Presseerklärung von Arnold Kock.

Nach der Insolvenz will das Borghorster Traditionsunternehmen nach eigener Darstellung auch Umstrukturierungen vornehmen, die durch neue Anforderungen des Marktes notwendig seien.

Arnold Kock Textil war 2003 durch die Pleite des Vorgängerbetriebes, damals unter Leitung von Heinrich-Arnold Neisse, entstanden. Es war damals von Textil-Mogul Claas Daun gekauft worden, der Gebäude und Maschinen wiederum weiterverpachtet hatte. In der Branche hatte es schon Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten gegeben, nachdem Arnold Kock erstmalig bei der diesjährigen Heimtextil-Messe in Frankfurt fehlte.

Claas Daun, Eigentümer der Immobilie an der Altenberger Straße, will einer Sanierung des Unternehmens „nicht im Wege stehen“, wie er auf WN-Anfrage betonte. „Wir begrüßen es, wenn es weitergeht“, sagte der Textil-Unternehmer wörtlich. Zu den Gründen für den finanziellen Engpass wollte Daun keine Stellung nehmen.

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