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Grün und Co. begeistern

Wilfried Sprenger

Münster. In Sachen Volleyball ist Münster immer für eine Steigerung gut. 1200 Zuschauer erlebten am Freitagabend in Bielefeld das erste von drei Länderspielen der deutschen Damen gegen Serbien. 800 kamen tags darauf zum Vergleich in Wuppertal. Am Berg Fidel passierten gestern Abend offiziell 2000 Fans die Einlasspforte. Ein sehr guter Zuspruch am Ende eines langen und intensiven Sportwochenendes in der Stadt.

Die Fans der Pritsch- und Baggergilde werden den späten Sonntags-Ausflug genossen haben. Denn die Protagonisten hielten, was die Partie im Vorfeld versprach: Erstklassigen Sport auf gehobenem internationalen Niveau. Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gewann die Begegnung nach 96 Minuten völlig verdient 3:1 (23:25, 25:13, 25:18, 25:18). In den vorangegangenen Vergleichen mit dem WM-Dritten vom Balkan war sie sogar ohne Satzverlust geblieben. In einigen Tagen macht sich das Team auf zur europäischen Grand-Prix-Qualifikation in Ankara. In der türkischen Hauptstadt trifft sie in der Vorrunde auf Bulgarien, Weltmeister Russland und Europameister Polen.

Die Dreier-Serie gegen Serbien war der ultimativ letzte Test vor dem ersten Saisonhöhepunkt. Bundestrainer Giovanni Guidetti zog gestern ein positives Fazit. „Natürlich waren es nur Freundschaftsspiele. Doch mit dem Stand der Dinge bin ich sehr zufrieden. Meine Mannschaft befindet sich ist in einer sehr guten Verfassung, das Niveau ist gut. Aber natürlich müssen wir uns noch steigern“, befand der Italiener.

Guidetti nutzte die Begegnungen mit Serbien, um seine erste Sechs einzuspielen. Atika Bouagaa, in der vergangenen Saison noch für den USC Münster am Ball, zählte gestern zunächst nicht zum Stamm. Mitte des ersten Satzes wechselte der Coach die Außenangreiferin ein. Bouagaa blieb danach durchgängig auf dem Feld und bedankte sich für das Vertrauen mit sehenswerten Punktbällen.

Die beiden anderen früheren USC-Spielerinnen, Angelina Grün und Cornelia Dumler, standen am Berg Fidel schon in der Startformation. Grün glänzte wieder einmal als Kopf des Teams, übernahm jederzeit Verantwortung und zeigte vor allem in den wenigen brenzligen Phasen ihre außergewöhnliche Klasse. Dumler setzte zunächst in der Abwehr spektakuläre Akzente, später bewies sie auch am Netz die erforderliche Durchschlagskraft.

Die deutsche Mannschaft gefiel als sehr harmonisches Kollektiv, in den Sätzen zwei bis vier hatte sie ihren Gegner fest im Griff. Im Zuspiel teilten sich Kathleen Weiß (Schwerin) und Mareen Apitz vom Deutschen Meister Dresden die Arbeit. In der Mitte gefielen die Dresdnerinnen Christiane Fürst und Corina Ssuschke mit kompromissloser Netzarbeit.

„Mit Ausnahme des ersten Abschnitts haben wir auch heute sehr gut gespielt“, freute sich Angelina Grün nach vollbrachtem Werk. Schwierig fiel ihr die Einschätzung der Dinge. „Einerseits sollten wir die Siege mit Vorsicht genießen, Serbien hat noch nicht alles gezeigt. Andererseits sollten uns die Erfolge über den WM-Dritten Selbstvertrauen für das Turnier in Ankara geben.“

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