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Grundschüler lernen gern Englisch

Dorle Neumann

Münster/Düsseldorf. Der Englischunterricht in der Grundschule benachteiligt Kinder mit Migrationshintergrund nicht. Diese oft geäußerte Vermutung wird durch eine noch unveröffentlichte Studie widerlegt, die unserer Zeitung vorliegt. Durch Befragung von Schulleitern und Lehrkräften sowie Unterrichtsbeobachtungen konnten die Autoren feststellen, dass sich in einzelnen Bereichen sogar Leistungsvorteile bei diesen Kindern zeigten.

Die Studie belegt bei den Lernerfolgen der Schüler und bei den Methoden der Lehrer aber Licht und Schatten. Die Schülerinnen und Schüler seien zumeist hochmotiviert, auch Kinder mit Lernstörungen seien „nicht zwangsläufig überfordert“, stellt die Untersuchung fest. Die Schüler verfügten in der Regel nach zwei Jahren über „einen erstaunlichen Wortschatz“ bei den Hauptwörtern – allerdings fehlten ihnen oft Verben oder Verknüpfungswörter wie „or“ oder „and“, um eigenständig Sätze zu bilden. So bleibe es etwa bei der Beschreibung von Bildern oder im Versuch eines Dialoges oft bei Satzfragmenten. Dabei seien die Kinder durchaus gewillt, mit der neuen Sprache „Experimente“ zu machen.

Den Lehrern schreibt die Studie ins Stammbuch, dass der Unterricht allzu lehrerzentriert stattfinde – in 90 Prozent der beobachteten Stunden sei dies der Fall gewesen. Zudem mahnen die Autoren einen intensiveren Informationsaustausch zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen an.

Seit Sommer 2003 lernen Drittklässler in NRW Englisch, mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres am 26. Januar sollen nun auch alle Erstklässler Englisch lernen.

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