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Grüne Basis ist ihrem Spitzenduo nicht grün

Wilfried Goebels

Hagen - Vor der aufmüpfigen grünen Basis in Hagen macht sich die Berliner Spitzenkandidatin Renate Künast ganz klein. Die Debatte sei wohl etwas „in eine Schieflage geraten“, entschuldigt sich die ehrgeizige Obergrüne für ihren heftig kritisierten Vorstoß für eine frühe Festlegung auf eine rot-gelb-grüne „Ampel“-Koalition im Bund.

Die 280 Delegierten des grünen NRW-Landesparteitags sind dem Spitzenduo im Bund nicht grün, seitdem Künast und Jürgen Trittin die „Ampel“ als einzig realistische Machtoption bei der Bundestagswahl ausgegeben haben. Das habe ihn „getroffen wie ein Schlag“, klagt der Hagener Kreischef Jürgen Klippert. Landeschef Arndt Klocke meint: „Die Linkspartei steht uns programmatisch näher als die FDP.“ Beim Flirt mit der Linken ist Klocke der Beifall der Fundis in NRW sicher.

Die Protestwelle aus NRW hat die Doppelspitze im Bund sichtlich überrascht. „Wir stellen die Ampel nicht vor die Inhalte“, verspricht die Grüne Künast der eigenen Basis. Gelächter im Saal - der Empfang ist kühl. „Wir sind mit dem grünen Zug auf eine Nebenstrecke geraten. Wir müssen wieder aufs richtige Gleis kommen“, sagt Künast. „Mit der FDP“, ruft einer böse.

Die Basis ahnt, dass es die Exminister vor allem zurück ins Kabinett drängt. Im Spagat zwischen Machbarem und Wünschenswertem haben sich die Berliner arrangiert - die Basis aber macht das nicht mit. Das Parteitags-Motto „Zeit für Veränderung“ gilt in NRW sicher nicht für Ampel-Koalitionen.

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