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Grüne Welle: Pannen in Krümmel kommen AKW-Gegnern recht

Berlin - Der jüngste Krümmel-Vorfall: Wie gerufen für den Grünen-Wahlkampf? Nur im Prinzip. Der Umweltminister, der jetzt seine Muskeln gegenüber Befürwortern und Betreibern von Kernkraftanlagen vorführt, dieser Sigmar Gabriel ist nun mal von der SPD...

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Berlin - Der jüngste Krümmel-Vorfall: Wie gerufen für den Grünen-Wahlkampf? Nur im Prinzip. Der Umweltminister, der jetzt seine Muskeln gegenüber Befürwortern und Betreibern von Kernkraftanlagen vorführt, dieser Sigmar Gabriel ist nun mal von der SPD.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin sah sich am Mittwoch denn auch genötigt, sich und seiner Truppe Mut zu machen: Auf grüne Themen reagiere der Minister stets zeitverzögert. Folglich werde er den Grünen das Atom-Thema nicht wegnehmen. Die „Hauptauseinandersetzung“ werde ohnehin mit Union und FDP geführt, setzte Trittin hinzu. Freilich wird diese Ansage weder CDU,noch CSU, noch die Liberalen so richtig schrecken. Atomkraftgegner gehörten schon bisher nicht zu ihren Sympathisanten.

Gerade in Sachen Kernener-gie ist die Programmatik-Lage so klar, dass die Bürger wissen können, was sie wählen. Union und FDP halten es für nötig, an der Kernkraft festzuhalten, bis ganz neue Energiequellen zur Verfügung stehen. Vom Atomstrom als „Brückentechnologie“ sprechen CDU und CSU, von „Übergangstechnologie“ die Liberalen.. Am „Energiemix“ wollen sie festhalten.

Die Sozialdemokraten drängen auf raschen, die Grünen auf schnellstmöglichen Atom-Ausstieg - verbunden bei beiden mit zügiger Umstellung auf erneuerbare Energien. Sie sollen bis 2030 die Hälfte der Stromerzeugung ausmachen (SPD) oder gar komplett (Grüne). Beide Parteien nahe beieinander: Jene, denen Kernkraft-Stopp ein wichtiges Kriterium ist, haben die Qual der Wahl - wobei auch noch die Linkspartei vergleichbare Positionen vertritt.

Das macht für die Grünen die Strategie ihres Wahlkampfs, den sie am Mittwoch offiziell aufnahmen, nicht leichter: Ihre Stimmen-Zuwächse holten sie noch am ehesten - besonders augenfällig soeben bei der Europawahl - von der SPD. Sie fürchten, dass sich dies zur Bundestagswahl umkehren könnte.

Für entsprechende Tonlage hatte Trittin schon vorher gesorgt. Die SPD versuche, „in grünen Gewässern zu fischen“. Für die Union könnte sich das „Profit“-Argument als heikel erweisen. Gerade erst wiederholte es der scheidende SPD-Fraktionschef Struck: CDU und CSU knickten vor der Atomindustrie ein, es gehe „um Profit und sonst nichts“. Zumindest die Programmatik der Union spricht eine andere Sprache: Was die Konzerne durch längere Laufzeiten zusätzlich einnehmen, solle überwiegend in die Energieforschung fließen.

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