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Grünes Licht für den Budenzauber

Cedric Gebhardt

Ahlen. Ein guter Wein oder ein guter Käse brauchen Zeit, um zu reifen und ihr volles Aroma entfalten zu können. Zeit war aber genau der Faktor, der den Verantwortlichen nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stand, um nach der Absage der DJK Vorwärts Ahlen die diesjährigen Hallenstadtmeisterschaften zu organisieren. Wenige Tage vor dem Turnier aber gab Theo Kreickmann grünes Licht. „Das Ganze ist zwar ein wenig mit der heißen Nadel gestrickt, aber es steht alles“, verkündete der Vorsitzende der Spielvereinigung Dolberg.

Aufgrund des denkbar knappen Zeitraums verzichten die Dolberger in diesem Jahr auf jegliches Rahmenprogramm. So wird das im vergangenen Jahr durchgeführte – und zugegebenermaßen auch nur mäßig angenommene – Weihnachtsknobeln in diesem Jahr nicht durchgeführt. Der Sport soll im Mittelpunkt stehen. Vor allem die Senioren bestimmen das Geschehen in der Friedrich-Ebert-Halle.

Das Eröffnungsspiel bestreiten am zweiten Weihnachtstag um 17 Uhr die Spielvereinigung Dolberg und die Spielvereinigung Beckum. Letztere zählt wie im Vorjahr zum Favoritenkreis. In der Gruppe eins ringen zudem die Aramäer, die Ahlener SG, Westfalia Vorhelm und Suryoye Ahlen um das Weiterkommen. In der Gruppe zwei buhlen Titelverteidiger SG Sendenhorst, RW Ahlen 2, der Ahlener TSV, Gaye Genclik, Vorwärts und der FC Tönnishäuschen um die zwei Halbfinal-Plätze. Der SC Hoetmar und Fortuna Walstedde nehmen dieses Mal nicht teil. Ebenso passen die Aramäer bei den Alten Herren. Stattdessen füllt eine Ahlener Stadtauswahl die so entstandene Lücke. Sie tritt in Gruppe zwei gegen Dolberg, den ATSV und Vorwärts an. In Gruppe eins wollen sich die ASG, Vorhelm, Tönnishäuschen und Gaye Genclik für die Finalrunde qualifizieren.

Das sportliche Programm also steht. Und wie sieht es mit den eigenen Ambitionen aus. Theo Kreickmann hofft auf einen großen Coup: „Im vergangenen Jahr sind unsere Jungs gut durchs Turnier gekommen. Es wird wieder nicht einfach, aber es wäre schön, wenn wir für eine Überraschung sorgen könnten.“

Bei den Alten Herren „geht der Stadtmeister über Vorwärts und den ATSV“ orakelt Kreickmann. Apropos ATSV. Zwei Fragezeichen bleiben in Bezug auf genau diesen Verein. Erstens erinnert man sich angesichts der jüngeren Ereignisse an die Ausschreitungen vor einigen Jahren. Zweitens war noch in der vergangenen Woche eine Spruchkammersitzung in Dortmund, die einen Zwist zwischen den Dolbergern und dem ATSV behandelte. Theo Kreickmann glaubt dennoch felsenfest an einen ruhigen Ablauf. „Man kann zwar nicht für jeden Zuschauer die Finger ins Feuer legen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendetwas passiert.“ Überdies hofft Kreickmann auf ein gewisses „Fingerspitzengefühl bei den Schiedsrichtern“. Ein gestörtes Verhältnis zum ATSV sieht er trotz der Spruchkammersitzung nicht. Schließlich haben beide Parteien sportlich fair den Disput beigelegt. Der Ahlener TSV und seine Anhänger dürften demnach nicht zu einem Risiko werden. Und auch wenn die Vorwärtsler bei der Begründung für ihre Absage der Öffentlichkeit in punkto ATSV keinen reinen Wein einschenkten, und obwohl nicht gerade viel Reifezeit zur Verfügung stand, schicken sich die diesjährigen Hallenstadtmeisterschaften an, alles andere zu werden als „alles Käse“. So kann sich der Vorhang am zweiten Weihnachtstag öffnen.

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