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LenzBlog

„Guitar Hero“ für Nintendo DS: Schrammeln im Kleinen

wn

<1>Die Plattenindustrie ächzt. Immer noch kommen auf einen legalen Musikdownload etwa zehn illegale. Die Kollegen von der Konsolenfront dagegen dürften aus dem Jubeln gar nicht mehr herauskommen. Allein die bisherigen Versionen von „Guitar Hero“ wurden seit Ende 2005 weltweit 20 Millionen Mal verkauft.

Das Game habe das Potenzial, Grundlage für eine eigene Online-Plattform zu sein. Über sie könnte man dann beispielsweise Tonspuren herunterladen, sagte der Chef der Entwicklerfirma Activision, Bobby Kotick, in der vergangenen Woche.

<2>Zum Mitbewerber-Produkt „Rock Band“ formieren sich in den USA ganze Kneipen-Fanclubs, die mit verschiedenen Instrumenten die Klangfolgen nachschrammeln. Und das mit einer deutlich erhöhten Schmerzgrenze, wenn es darum geht, das Equipment in Form von Zusatzgeräten und Zusatzsongs zu finanzieren.

Heute erscheint „Guitar Hero“ erstmals für Nintendo DS – und stellt auf die Probe, wie portabel das Game tatsächlich ist. Doch vor dem Spaß kommt die Bastelei: Zum Paket gehört naturgemäß nicht die sperrige Plastikgitarre, sondern ein auf handliche Größe geschrumpfter „Guitar Grip“.

Das Teil mit einer Handschlaufe und vier farbigen Knöpfen als Saitenersatz wird in den vorderen Schacht der portablen Konsole geschoben und gibt vor, der Gitarrenhals zu sein. Ein Plektrum mit Kunststoffspitze ersetzt den Touchpen. Schon vor dem ersten Klang ist klar: Echtes Gitarrenfeeling kommt bei dieser Konstruktion nur schwer in die Gänge.

Das Spielprinzip und die Optik sind dagegen gut übersetzt auf die Miniversion: Grelle Farben und harte Kontraste simulieren Clubatmosphäre. Kameraflüge erweitern den virtuellen Raum. Das Band, das die Griffe diktiert, rauscht selbst in den hohen Levels mühelos über das Display.

26 Songs mit etwa 100 Minuten Laufzeit gehören zu „Guitar Hero: On Tour“. Darunter sind beispielsweise „Monsoon“, die amerikanische Version des Tokio-Hotel-Hits, und Stücke von den Beatsteaks oder Blink 182. Wie gehabt sind eher echte Klassiker als Chartsnummern dabei.

Ein Bildschirm gibt je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad die Grifffolgen und die Art, wie das Plektrum bedient werden muss, vor. Fünf Auftrittsorte lassen sich freischalten, sechs Spielcharaktere stehen zur Auswahl. Und die können im Duell via Datenübertragung auch gegeneinander antreten.

Doch der erste Eindruck hält sich: Das kleine Display hemmt die großen Gesten. „Guitar Hero“ für Nintendo DS ist eher ein Spaß für Feinmotoriker. Immerhin: Auch bei völliger Ahnungslosigkeit an den Saiten machen die schnellen Level Spaß dank Bildschirmwechseln, witzigen Störern und rockstar-typischen Gesten.

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