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Guten Tag: Künstliche Hände

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Wenn unsere Hand einen Deckel von einer Flasche dreht, müssen 33 Muskeln und 27 Knochen zusammenarbeiten. Die Finger legen sich eng um den Deckel, der Daumen obenauf. Dann drücken wir zu. Die Muskeln spannen an und das Handgelenk dreht. Zisch und fertig.

Für Menschen, die eine oder beide Hände verloren haben, ist das eine fast unlösbare Aufgabe. Ihnen können künstliche Hände helfen.

Eine moderne Ersatzhand entwickeln Forscher in Karlsruhe in Baden-Württemberg. Es ist eine Roboterhand. Ärzte setzen sie Menschen ohne Hände auf den Armstumpf. Am Armstumpf hat die Robo-Hand auch eines ihrer wichtigsten Teile: ein Messgerät. Das misst die Spannung in den Muskeln im Stumpf. Denn wenn der Mensch die Hand bewegen will, wollen die Muskeln im Arm das Signal dazu weiterleiten – selbst wenn gar keine eigene Hand mehr da ist. Die Muskelreize sind dabei immer anders. Je nachdem, ob die Hand ein Glas greifen oder einen Füller halten soll.

Das Messgerät verstärkt diese Signale im Armstumpf tausendfach. Und es leitet sie an einen Minicomputer in der Ersatzhand weiter. Dieser verarbeitet die Signale und ordnet ihnen Fingerbewegungen zu. Dann wirft er winzige Pumpen an. Diese pumpen Flüssigkeit zum Beispiel in den Daumen und saugen welche aus dem Zeigefinger ab. Dann wird der Daumen gestreckt. Daumen hoch! Und der Zeigefinger beugt.

So kann der Mensch mit der Ersatzhand wieder jeden Finger bewegen. Damit andere Menschen beim Anblick der Robo-Hand nicht erschrecken, ist sie mit Kunststoff ummantelt – und sieht so einer echten Hand ähnlich. Derzeit lassen die Forscher in Karlsruhe Patienten die neue Hand testen. So können sie die Hand weiter verbessern. (dpa)

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