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Politik Inland

Guttenberg schubst die Kanzlerin vom Thron

unserem Redaktionsmitglied Michael Giese

Mainz/Münster - Karl-Theodor zu Guttenberg überholt Angela Merkel. Der CSU-Aufsteiger schafft erstmals den Sprung an die Spitze der Top-Ten der beliebtesten deutschen Politiker. Im ZDF-Politbarometer verdrängt der Bundeswirtschaftsminister die Kanzlerin - wenn auch knapp - von Rang eins auf Platz zwei. Angela Merkel hatte die Beliebtheitsskala (von plus fünf bis minus fünf) seit Monaten angeführt.

Überraschend kann sich auch Finanzminister Peer Steinbrück vor seinem SPD-Kollegen, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, auf Rang drei vorarbeiten.

Steinmeier, SPD-Kanzlerkandidat, kann auch in der K-Frage gegenüber Amtsinhaberin Angela Merkel weiterhin keinen Boden gutmachen. Die Bundeskanzlerin liegt inzwischen 37 Prozentpunkte vor ihrem Herausforderer. Laut Politbarometer sprechen sich 62 Prozent (plus drei) für Angela Merkel als Regierungschefin aus. Nur noch 25 Prozent (minus drei) wollen Frank-Walter Steinmeier im Kanzleramt sehen. Pikantes Detail der Umfrage: Bei den SPD-Anhängern erreicht Merkel immerhin 40 Prozent Zustimmung, der eigene Kandidat kommt aber lediglich auf 50 Prozent.

Rund zwei Monate vor der Bundestagswahl fällt die Bilanz der großen Koalition bescheiden aus. Nur 41 Prozent der Deutschen bescheinigen CDU/CSU und SPD, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme des Landes geleistet hätten. 53 Prozent sehen das nicht so.

Nahezu unverändert zeigt sich die politische Stimmung. Bei der Sonntagsfrage kämen Union und FDP auf 50 Prozent. Demgegenüber kommt die SPD nicht aus dem Stimmungstief heraus. Magere 24 Prozent (minus eins) deuten nicht auf eine entscheidende Trendwende hin.

Als Wahlkampfthema sind Atomausstieg und Sicherheit der Kernkraftwerke in den Fokus gerückt. Eine Mehrheit der Bürger (55 Prozent) wünscht sich laut Politbarometer, am geplanten Atomausstieg bis zum Jahr 2021 festzuhalten. 39 Prozent plädieren für die von der Industrie geforderte Laufzeitverlängerung. mehrheitlich für eine Verlängerung stimmen noch die FDP-Anhänger, bei der Union ist das Meinungsbild inzwischen eher gespalten.

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