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USC Münster

Hamburg – Marseille – Peking

Wilfried Sprenger

Münster. Die Entscheidung naht. Spätestens am 20. Juli sind die Dinge geregelt. Es könnten zwölf lange Tage werden für Rieke Brink-Abeler und Hella Jurich. Zwei Chancen bleiben den Beachvolleyballerinnen aus Münster nur noch, um auf den großen Zug mit dem Reiseziel Peking aufzuspringen. Seit Januar 2007 nun schon haben sie ihrem olympischen Traum alles untergeordnet. Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Ein Auf und Ab mit glücklichen und traurigen Momenten. Nervenzermürbend.

Von 30 Qualifikationsturnieren in Australien, Amerika, Asien und Europa sind 28 gespielt. Und noch immer ist offen, welches deutsche Team die Berlinerinnen Laura Ludwig und Sara Goller nach Fernost begleitet. Seit Monaten tobt der Kampf um die zweite Fahrkarte zwischen den Hamburgerinnen Stephanie Pohl (30) und Okka Rau (31) sowie Brink-Abeler und Jurich vom USC Münster. Aktuell haben Pohl/Rau die Nase vorn. 3390 Punkte haben sie während der Olympia-Qualifikation zusammen getragen; 210 mehr als die westfälische Konkurrenz.

Es ist ein hübscher Vorsprung, aber kein Ruhekissen. Mit Platz fünf zuletzt beim Grand Slam in Moskau haben Brink-Abeler und Jurich eindrucksvoll bewiesen, dass sie den Zweikampf noch nicht verloren gegeben haben. „Wir kämpfen bis zum letzten Ball“, sagt Brink-Abeler.

Zwei Möglichkeiten bleiben den Deutschen Meistern von 2004 noch, die nationalen Titelträger von 2002 zu überholen: Bei der EM ab Donnerstag in Hamburg und beim Weltserien-Turnier eine Woche später in Marseille wollen sie ihre Chance suchen. Eine Verletzung, die Brink-Abeler beim Grand Slam in Berlin zur Aufgabe zwang und danach zur Absage der Konkurrenz in Paris führte, macht der Medizin-Studentin zwar noch zu schaffen. Doch sie beißt auf die Zähne. „Außerdem haben wir in Moskau gezeigt, dass es irgendwie geht“, fügt sie fast trotzig hinzu.

In der russischen Hauptstadt waren die Deutschen das einzige europäische Team im Viertelfinale. Das macht Mut für die EM. In der Weltrangliste nehmen die Münsteranerinnen Rang 15 ein. Aus Europa sind nur die Griechinnen Karantasiou/Arvaniti (9.) und Pohl/Rau (11.) besser notiert. Beide gilt es, in Hamburg aus dem Weg zu räumen. Brink-Abeler geht die Titelkämpfe forsch und optimistisch an. „Warum sollen wir nicht Europameister werden?“, fragt sie. Ja, warum eigentlich nicht.

Der EM-Titel würde das USC-Duo auf dem Weg nach Peking ein gutes Stück voranbringen. Aber es würde noch nicht reichen, um Pohl/Rau zu passieren. Dazu bedürfte es zudem eines herausragenden Ergebnisses in Marseille. Die Aussichten sind gar nicht so schlecht. Denn die Teams aus China und den USA lassen das Turnier in Frankreich wegen der Olympia-Vorbereitung definitiv aus. Möglicherweise fehlen auch die Brasilianerinnen.

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