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Handarbeit wird immer weniger

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Erst blinken die roten Ampellichter, dann gehen langsam die Schranken runter und wenig später rauscht der Zug vorbei. Ihr habt sicherlich alle schon einmal an einem Bahnübergang gestanden. Doch woher wissen die Schranken, wann ein Zug kommt und wann sie rauf- und wieder runtergehen müssen? Heute verbirgt sich dahinter meistens eine raffinierte Technik, die die Schranken per Computer steuert. Aber an einigen Übergängen gibt es noch Schrankenwärter.

Diese Männer sind Angestellte der Deutschen Bahn (DB) und haben die Aufgabe, die Schranken vor einem Zug zu schließen und natürlich wieder zu öffnen. Dafür sitzen die Schrankenwärter in einem kleinen Häuschen direkt an den Gleisen und beobachten und überwachen den Übergang. Die Schranken sind nicht die einzige Aufgabe der Männer, aber ihre wichtigste.

Über viele Jahrzehnte war das die einzige Möglichkeit, Bahnübergänge für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zu sichern. Und Bahnübergänge gibt es viele. Mehr als 22 000 wurden kürzlich von der Bahn in ganz Deutschland gezählt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich immer mehr automatische und ferngesteuerte Anlagen durch. Heute gibt es deshalb nur noch wenige Schrankenwärter. Diese aber können bei ihrer Arbeit ganz schön ins Schwitzen kommen. Denn die Schranken können sie oft nur durch eine große Handkurbel rauf und runter bewegen. Natürlich können viele ihre Anlage auch mit dem Computer steuern. In den kleinen Häuschen sieht oft noch aus wie vor sechzig Jahren, meistens stehen sie an Bahnübergängen in kleineren Städten und Gemeinden. Wenn die Schrankenwärter ihrer Arbeit nicht nachgehen, passiert so etwas wie am Wochenende. Dort konnten die Züge zwischen Coesfeld und Dorsten nicht fahren, weil die Bahnübergänge nicht mehr von Schrankenwärtern gesichert wurden. Eine große Gefahr für alle, die den Übergang überqueren wollen, denn sie wurden nicht vor den Zügen gewarnt. Antje Kahle

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