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Ahlener SG

„Handball, Heimat, HSG“

Ahlen - „Handball, Heimat, HSG“, so lautet der Slogan auf der Internet-Homepage der ehemaligen HSG Nordhorn, die in dieser Saison nach zehn Jahren der Erstklassigkeit in den „Niederungen“ der Zweiten Handball-Bundesliga an den Start gehen musste. Nach den äußerst erfolgreichen Zeiten mit der viermaligen Teilnahme am Final Four im DHB-Pokal, der Deutschen Vizemeisterschaft 2002...

Herbert Vogel

Ahlen - „Handball, Heimat, HSG“, so lautet der Slogan auf der Internet-Homepage der ehemaligen HSG Nordhorn, die in dieser Saison nach zehn Jahren der Erstklassigkeit in den „Niederungen“ der Zweiten Handball-Bundesliga an den Start gehen musste und am Mittwoch um 20 Uhr die Ahlener SG empfängt.

Nach den äußerst erfolgreichen Zeiten mit der viermaligen Teilnahme am Final Four im DHB-Pokal, der Deutschen Vizemeisterschaft 2002, dem Erreichen des Halbfinales im Europapokal dem Titel des Pokalsiegers 2006 sowie dem Europapokalsieg 2008 und dem Vizepokalsieger-Titel 2009 steht für die zum Ende der vergangenen Spielzeit insolventen Emsländer nun ein Neuanfang unter erschwerten Bedingungen an.

Unter dem neuen Namen HSG Nordhorn-Lingen kämpft der Verein nun um Vertrauen bei Sponsoren und hat statt des direkten Wiederaufstiegs erst einmal die Konsolidierung in der Zweiten Liga als Ziel verkündet. Mit einem deutlich reduzierten Etat von rund einer Million Euro muss das Gespann von Coach Heiner Bültmann und Spielertrainer Maik Machulla auskommen. Im HSG-Kader standen daher zu Vorbereitungsbeginn im Sommer mit Machulla selbst, Nicky Verjans und Pavel Mickal nur noch drei Profis aus dem Team der vergangenen Saison. Neu dazu gekommen waren bis dahin die beiden Kreisläufer Toon Leenders (Bevo HC Panningen) und der Isländer Einar Ingi Hrafnsson, der zuletzt noch gemeinsam mit ASG-Neuzugang Ólafur Bjakri Ragnarsson beim HK Kopavogur auf Torejagd ging. Komplettiert wurde das Aufgebot der HSG mit fünf Spielern aus der Reserve.

Nach einer skandalreichen Saison ist also nun wirtschaftliche Seriosität oberstes Gebot, die natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den sportlichen Bereich bleibt. „Wir haben unsere Ideen“, erklärte Maik Machulla im Sommer, „aber die mussten wir zwangsweise korrigieren“. Das Unternehmen Wiederaufstieg zum Beispiel müsse unter diesen Voraussetzungen „um zwei, drei Jahre verschoben werden“. Auch das Publikum müsse seine Erwartungen reduzieren. Das Problem ist Machulla bewusst: „Die Leute sind sehr, sehr verwöhnt.“

Dennoch läuft es bisher nahezu optimal bei den Emsländern, die am vergangenen Samstag beim ASV Hamm die erste Saison-Niederlage einstecken mussten. So musste man zwar die Tabellenführung an die Lippe-Handballer abgeben, steht mit 8:2 Punkten als Tabellenvierter jedoch immer noch glänzend da. Daran haben sicherlich die im Laufe des Sommer noch verpflichteten Spieler großen Anteil: So kam mit Björn Buhrmester, der bereits bei GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke Bundesliga-Luft geschnuppert hat, ein zwar erst 24-Jähriger aber doch sehr erfahrener Torhüter dazu, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt. „Björn verfügt über großes Potenzial und trotz seiner jungen Jahre über einiges an Erfahrung. Er wird uns mit seiner Qualität sicherlich weiterhelfen“, so Maik Machulla über seinen neuen Keeper.

Die Lücke im linken Rückraum wurde Ende August noch mit dem wurfgewaltigen Michael Jahns geschlossen. Der 32-jährige Ex-Magdeburger erhielt passend zum Pokalspiel in Varel die Spielberechtigung, sehr zur Freude des nur einen Monat jüngeren Maik Machulla: „Wir brauchen ihn unbedingt“, ist der Spielertrainer und Mittelmann der HSG froh, den Zwei-Meter-Riesen und früheren Weggefährten beim SC Magdeburg im linken Rückraum neben sich zu wissen. „Es macht einen großen Unterschied, ob wir mit oder ohne ihn spielen“, lobte auch Coach Bültmann den Routinier, der zuletzt in Spanien bei BM Antequera spielte.

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