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Handwerker fassen Mut

Jürgen Stilling

Münster - Das Handwerk lässt die Krise hinter sich. Hans Rath, Präsident der Handwerkskammer Münster, präsentierte Erfreuliches: „Die Talsohle ist durchschritten, es geht langsam wieder aufwärts und die Zuversicht im heimischen Handwerk wächst weiter.“ Aus diesen Worten klang Zuversicht pur. 75 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk bewerteten ihre momentane Geschäftslage in einer Konjunkturumfrage als „zufriedenstellend“ und „gut“. Dabei ist die Stimmung im Münsterland mit einem Optimisten-Anteil von 77 Prozent besser als im Emscher-Lippe-Bereich (73 Prozent).

Und für die nahe Zukunft sieht es noch besser aus: 91 Prozent der Handwerksunternehmen erwarten für die kommenden Monate eine gute oder zufriedenstellende Situation.

In der zurückliegenden Wirtschaftskrise haben die meisten Handwerksfirmen ihr Personal gehalten. 80 Prozent aller Betriebe hätten eine stabile oder gar wachsende Belegschaft gemeldet, berichtete Rath. Möglich gewesen sei das nur durch die großzügige Kurzarbeiterregelung. Derzeit gibt es im Bezirk der Handwerkskammer Münster 26 600 Betriebe mit insgesamt rund 144 000 Mitarbeitern, davon haben 17 600 Handwerksunternehmen mit 96 000 Beschäftigten ihren Sitz im Münsterland.

Die einzelnen Handwerkssparten kommen mit unterschiedlichem Tempo aus der Flaute. Das von der Krise besonders stark betroffene Handwerk für den gewerblichen Bedarf, zu dem vor allem auch die Industriezulieferer zählen, zeige sich derzeit besonders optimistisch, so Rath. Diese Branche behaupte sich somit wieder einmal als „Zugpferd der Handwerkskonjunktur“.

Auch im Bau- und Ausbauhandwerk gebe es positive Tendenzen. Nach dem strengen Winter trage hier jetzt vor allem das staatliche Konjunkturpaket zur guten Stimmung bei, betonte der Kammerpräsident.

Anders bewertet das Kfz-Handwerk die Lage: 36 Prozent der Betriebe benotet die derzeitige Situation mit „schlecht“. „Das ist die Folge der ausgelaufenen Abwrackprämie“, weiß Rath. Dennoch blicken die Kfz-Betriebe zuversichtlich in die Zukunft. Mehr als 86 Prozent der Firmen sehen die künftige Entwicklung positiv.

Probleme haben nach wie vor zahlreiche Handwerksbetriebe der Region mit der Kreditversorgung. Zwar seien die Ausleihungen der Banken an den deutschen Mittelstand zuletzt deutlich gewachsen, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Hermann Eiling. Einzelne Firmen hätten dennoch ein Finanzierungsproblem. Die Handwerkskammer Münster bemühe sich in diesen Fällen intensiv um eine Lösung. „Das ist in diesem Jahr eine unserer Hauptaufgaben“, machte Eiling deutlich.

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