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Hängepartie beim SC Sprakel

Heiner Gerull

Münster. Ihr Auftrag war gleichermaßen herausfordernd wie schwierig. Nach dem Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga wollten Christoph Achterholt und Carsten Dütschke den ungebremsten Fall ins Bodenlose stoppen. Das ist bislang nicht gelungen. Nach sechs Punktspielen und der jüngst erlittenen 1:3-Niederlage bei der Reserve von Münster 08 ist der SC Sprakel auf den vorletzten Tabellenplatz der Kreisliga A abgerutscht. Die Folge: Die Trainer ziehen in Erwägung, die Brocken hinzuschmeißen.

Achterholt: „Wenn es so ist, dass wir die Spieler nicht mehr erreichen, dann wollen wir keinem im Wege stehen. Wenn ein anderer meint, er kann es besser, dann soll er es versuchen.“ Inzwischen haben beide Trainer, die zu gleichen Teilen die sportliche Verantwortung tragen, eine Nacht über die ganze Sache geschlafen. Eine Entscheidung, wie es weitergehen soll, steht indes noch aus. Gestern Abend trafen sich die Übungsleiter mit Vertretern des Vorstands, um zu beraten, wie man die Hängepartie am besten beenden soll – Ergebnis offen.

Wie konnte es zu der sportlichen Talfahrt kommen? „Da kam eins zum anderen“, erläutert Achterholt. Der 35-Jährige verweist auf die starke Personalfluktuation im vergangenen Jahr. Schon in der Winterpause herrschte Unruhe. Es passte einfach nicht. Zudem schnallte der Verein den Gürtel enger, beschloss Etatkürzungen, was zur Folge hatte, dass einige Spieler gingen. Als trotz zwischenzeitlich erfolgter Bereinigung des Kaders am Ende der Abstieg stand, vollzog sich erneut ein schmerzhafter Schnitt. Weitere Leistungsträger verließen den Klub. „Wir haben uns bemüht, die Lücken zu schließen. Aber unter den gegebenen Bedingungen war es schwierig, Spieler nach Sprakel zu holen“, verkündet Achterholt.

Konkurrenz belebt im Allgemeinen das Geschäft. Nun ist es aber auch so, dass derjenige, der nichts zu bieten hat, durchs Sieb fällt. Und da benachbarte Klubs wie etwa GW Gelmer oder Westfalia Kinderhaus offenkundig größere Anziehungskraft ausübten, blieb für den SC Sprakel vom Kuchen, den es auf dem Personalsektor zu verteilen gab, nicht viel übrig. So zeichnete sich schon im Sommer ab, dass der Neuanfang angesichts des Mini-Kaders ein Drahtseilakt werden könnte.

Immerhin ist es dem Verein gelungen, eine charakterstarke Mannschaft auf die Beine zu stellen. „In dieser Hinsicht hat sich einiges zum Positiven verändert. Wir spielen diszipliniert und haben bislang noch keine Rote Karte kassiert“, sagt Achterholt. Was freilich in den ersten Begegnungen gefehlt habe, war Engagement. Letztlich haben diese Defizite das Trainerduo dazu bewogen, ihre Tätigkeit in Frage zu stellen. „Angesichts des schweren Auftaktprogramms war eigentlich allen klar, dass es nur über Kampf und Einsatz funktionieren kann“, macht der Coach deutlich.

Erst beim 1:3 gegen die Nullacht-Reserve seien diese Tugenden erkennbar gewesen. Somit scheint der Draht zwischen sportlicher Leitung und der Mannschaft noch vorhanden zu sein. Für Achterholt und Dütschke könnte es das Signal sein, einen letzten Versuch zu starten, doch noch gemeinsam den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

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