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Harte Nüsse für Ministerrunde in Cancún

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Cancún - Die Ministerrunde beim Klimagipfel in Cancún muss harte Nüsse knacken, die größtenteils noch von Kopenhagen übrig geblieben sind. Die Entwicklungsländer wollen ein Kyoto- Nachfolgeabkommen und ausgerechnet Japan, wo das Abkommen 1997 entstand, lehnt Kyoto-2 ab. Auch die Frage, wie Klimaziele gemessen und überprüft werden, ist ungeklärt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will die am Dienstag startende Ministerrunde unterstützen. Die EU möchte den Kyoto-Prozess retten, aber nicht um jeden Preis. Sie stimme nur zu, wenn andere Länder mitmachen und der Vertrag seine Integrität nicht verliert, unterstrich EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Montag (Ortszeit). „Wir dürfen nicht aufgeben, was Jahre an Arbeit gekostet hat.“ China stellte einen dreiteiligen Weg vor, der zu einem Kompromiss führen könnte: „Erstens benötigen wir eine zweite Verpflichtungsperiode von Kyoto“, sagte Delegationsleiter Xie Zhenhua. Dort sollten die Kyoto-Industrieländer verbindliche Ziele erhalten. Industrieländer, die bei Kyoto nicht mitgemacht haben, sollten bindende Ziele unter einem neuen Vertrag erhalten, sagte er mit Blick auf die USA. Die Entwicklungsländer sollten für denselben Vertrag freiwillige Ziele bekommen. Das Abkommen solle auf der Klimakonvention von Rio 1992 basieren. Wie die Reduktionsziele der Industrie- und der Entwicklungsländer überprüft werden sollen, steht ebenfalls infrage. Der US- Delegationschef Todd Stern kritisierte das vorliegende Arbeitspapier: „Es ist sehr spärlich im Bereich Transparenz.“ Entscheiden müssen die Minister auch, ob Industrieländer das Kohlendioxid aus Kraftwerken in Entwicklungsländern in den Untergrund pumpen dürfen und sich das für ihre Klimaziele anrechnen lassen können. Beim Thema CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) gehe zunächst um eine Erprobungsphase von zwei Jahren, erläuterte der deutsche Delegationsleiter Karsten Sach und nannte die EU-Position: „Wir können uns das als Pilotprojekt vorstellen, aber nur unter scharfen Umweltauflagen.“ Der Erfolgsdruck in Cancún ist riesig. Dienstagmittag (Ortszeit) will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit der Konferenzleitung sowie hohen Vertretern des UN-Umweltprogrammes, der Weltwetterorganisation, der Weltbank und Ministern Lösungswege ausloten.

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