1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Hassprediger trat in Münster auf

  6. >

Glorifizierung terroristischer Gewalt

Hassprediger trat in Münster auf

Martin Kalitschke

Münster - In Großbritannien gilt Safwat Higazi als „Hassprediger“. Weil er terroristische Gewalt „in unakzeptabler Weise glorifiziert“, findet sich sein Name seit 2009 auf einer vom britischen Innenministerium zusammengestellten Liste mit Personen, die das Land nicht betreten dürfen. Auch in Ägypten fiel Higazi schon unangenehm auf. So forderte der Imam 2006 per Fatwa, alle Politiker zu töten, die sich mit Vertretern Israels treffen. Immerhin: Diese Drohung zog er nach Medienberichten später wieder zurück.

In Münster hingegen konnte der ägyptische Prediger im vergangenen Jahr seine Ansichten ganz ungestört verbreiten. Wie aus dem am Freitag vom Bundesinnenministerium veröffentlichten Verfassungsschutzbericht 2010 hervorgeht, trat Higazi im letzten Juni auf der Jahreskonferenz der „Islamischen Gemeinschaft Münster e.V.“ auf. Wie es in dem Bericht heißt, hat der Prediger unter anderem in arabischen Fernsehsendern palästinensische Selbstmordanschläge glorifiziert, Juden als „Söhne von Affen und Schweinen“ bezeichnet und sich selbst einen „Antisemiten“ genannt.

Laut Verfassungsschutz gibt es in Deutschland eine ganze Reihe von „Islamischen Zentren“, die von Anhängern der sogenannten Muslimbruderschaft für ihre Aktivitäten genutzt werden. Die Gruppierung wurde 1928 in Ägypten gegründet und ist heute in 70 Ländern aktiv, heißt es in dem Bericht des Innenministeriums, der die Muslimbrüder unter anderem mit islamistischen Organisationen wie der palästinensischen Hamas in Verbindung bringt.

In der Vergangenheit war das „Islamische Zentrum“ in Münster immer wieder ins Visier des Verfassungsschutzes geraten. Weitere Zentren gibt es unter anderem in Nürnberg, Stuttgart und Köln. Laut Innenministerium treten in den Einrichtungen immer wieder Gastimame aus arabischen Ländern auf, die sich in arabischen Medien „offen antisemitisch und hinsichtlich des Nahost-Konflikts gewaltbefürwortend“ äußern.

Startseite