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Ahlener SG

Heimgespenst eingenistet

Niklas Groß

Ahlen. „Hier regiert der TVE“, schmetterten es die 200 mitgereisten Emsdettener Anhänger voller Inbrunst durch die ausverkaufte Friedrich-Ebert-Halle. Und weder Anhänger noch Akteure der Ahlener SG hatten den Schmährufen aus dem Gästeblock auch nur irgendetwas entgegenzusetzen. Die 24:33-Demontage gegen den TV Emsdetten und ihre unmittelbaren Mitbringsel aber waren nicht der bitterste Moment des Samstagabends.

Denn erst mit Eintragen des Ergebnisses in den Spielplan traf die ASG das ganze Ausmaß der Derbyniederlage: Mit Rückblick auf die drei zurückliegenden Auftritte auf eigenem Parkett scheint sich in der Friedrich-Ebert-Halle ein Heimgespenst eingenistet zu haben, von dem niemand weiß, wo es (nach zuletzt zwei überzeugenden Auswärtspartien) herkommt.

Vor allem aber, wie er denn wieder zu vertreiben ist aus der heimischen Halle, dieser Spuk.

Ein Gespenst? Klar, alles nur Einbildungssache! Nicht weiter schlimm also, wenn darin nicht das größte Problem der heimischen Sieben läge, scheint sich in deren Köpfen doch etwas zementiert zu haben, was selbst mit noch so gewaltigen Auswärts-Volltreffern nicht wieder gesprengt werden kann.

„Wir waren so heiß auf diese Partie, wollten viel. Vielleicht zu viel“, plagt Björn Wiegers sein jüngster Grund für die Heimmisere. Denn die Motivation herunterzuschrauben gleiche der Wanderung auf einem sehr schmalen Grat. Zumal sich Wiegers und Co. auch gerade in den vermeintlichen Spitzenspielen kaum darauf besinnen können, nur über die derzeit „fehlenden einfachen Tore“ zum Erfolg zu kommen.

Der TVE jedenfalls ließ wenig Hundertprozentige für die ASG zu, wenngleich Bertow, Wischniewski und Pries viermal vom Punkt scheiterten, alle Siebenmeter vergaben. Auch hier ist gerade von der einstigen Treffsicherheit Sascha Bertows kaum mehr etwas zu spüren, sie scheint wie ausgehaucht. Klingt auch irgendwie gespenstisch.

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