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Hellmich: „Die Vision ist wichtig“

Alexander Heflik

Münster. Rudi Assauer tat zunächst, was erwünscht war. Er legte den Preußen-Schal um, als er die Geschäftsstelle am Adlerhorst verließ und gen Stadion marschierte. Dann zündete er sich genießerisch einen „Böhm“ an, zog kräftig an der – vermutlich – teuren Zigarre, verharrte einen Moment, um zu prüfen, ob es dampfte, und sagte schließlich klipp und klar: „Deshalb sind wir hier. Es wird ein langer Weg bis dorthin. Machbar ist das.“ Es war die Antwort auf die Frage, ob ein Stadion mit entsprechender Infrastruktur für Profi-Fußball in Münster errichtet, oder besser gesagt, im alten Areal umgebaut werden kann und ob Münster das benötigt.

Assauer kam wie bestellt, mit ihm Walter Hellmich. Letztgenannter ist Präsident des MSV Duisburg und darüber hinaus mit seiner Firmengruppe unter anderem spezialisiert auf Stadionbau im Bestand. „Das Areal hat Charme, die Anbindung an die Autobahn ist optimal. Und die Stadt Münster hat Kraft und ist nicht Hintertupfingen. Außerdem hat der Verein sensationelle Zuschauerzahlen für die Oberliga“, sagte Hellmich, als er gemeinsam mit SCP-Präsident Dr. Marco de Angelis, Aufsichtsrat-Vorsitzendem Thomas Bäumer und Aufsichtsratsmitglied Ewald Weber das Preußenstadion erstmals begutachtete. Drei, vier Vorgespräche hatte es gegeben, nun traf man sich vor dem Heimspiel gegen den Hammer SV. Assauer sah sich die erste Preußen-Niederlage nicht mehr an. „Ich muss zu den Königsblauen“, verabschiedet sich der „Macher“ der Schalke-Arena. Hellmich, selbst noch gebeutelt vom 0:2 seiner Duisburger gegen Bochum am Freitag, sah zwar die erste Halbzeit, hatte aber mit seinem Mitarbeiterstab wesentlich mehr Interesse an den Gegebenheiten im Preußenstadion.

„Mit fünf Millionen Euro hat man ein gutes Startkapital. Das reicht zwar nicht für eine Sitzplatztribüne auf der Gegenseite aus, aber man kann solche Dinge in Etappen hinbekommen. Die Vision ist wichtig, die hat man bei den Preußen, sonst kann man die ganze Sache gleich in die Tonne kloppen“, sieht Hellmich Perspektive.

Und der Duisburger Präsident sieht Ähnlichkeiten zum MSV. Auch rund um den Umbau des Wedaustadion hätte es viele Probleme gegeben. Aber dann habe man acht Monate für die Planungen benötigt und hätte in weiteren 14 Monaten das Stadion fertiggestellt. Vorteil für Münster sei, dass man nicht alles auf einen Schlag machen müsse, so Hellmich weiter.

Preußen-Präsident de Angelis und seine Mitstreiter wollen die Kontakte intensivieren, die Visite von Assauer und Hellmich darf als durchaus positiv gewertet werden. Gemeinsam mit Experten will man in Sachen Preußenstadion vorankommen, und Assauer und Hellmich dürfen als Spezialisten für die Realisierung von Stadionprojekten angesehen werden. Erste Schritte sind also gemacht. Deshalb hat auch Walter Hellmich fürs Erste das letzte Wort: „Der Standort an der Hammer Straße ist toll. Wenn Oldenburg und Emden neue Stadien bauen, dann ist das für Münster eigentlich ein Muss.“

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