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„Wer ist Hanna?“

Hetzjagd auf eine jugendliche Killerin - aufregend inszenierter Rachethriller

Hans Gerhold

Vom Vater (Eric Bana) in den Schneelandschaften Finnlands zur Killerin ausgebildet, soll die 16-jährige Hanna (Saoirse Ronan) im ungewöhnlichen Rachethriller „Wer ist Hanna?“ die CIA-Agentin Marissa Wiegler (Cate Blanchett) töten, die für den Tod von Hannas Mutter verantwortlich ist.

Um an sie zu gelangen, wird Hanna im unterirdischen Bunker in Marokko interniert, wo sie der eiskalten Lady das Genick bricht. Doch Hanna hat nur eine Doppelgängerin getötet, und muss auf der Flucht vor Marissas Schergen in der Wüste untertauchen, wo sie sich mit einer jungen Touristin anfreundet. Die Jagd führt durch Europa und kommt schwer symbolträchtig in einem Märchenpark zum Showdown.

Saoirse Ronan, die in „Abbitte“ durch eine schicksalsträchtige Lüge ein Liebespaar zerstörte, ist unter der Regie von Joe Wright („Abbitte“, „Stolz und Vorurteil“) eine jener jungen Mädchen und Frauen, die das Kino seit Natalie Portman in Luc Bessons „Léon - Der Profi“ liebt. Wie bei „Nikita“ oder Milla Jovovich in der „Resident Evil“- Serie, pflastern reihenweise Leichen ihren Weg.

Was Ronan von ihren Kolleginnen aus der todbringenden Zunft unterscheidet, ist ihre Herkunft, denn sie ist, bis auf den Papa, ohne Menschen und ohne Musik aufgewachsen und gefühlsmäßig ohne Erfahrungen, was beim Zeltgeflüster in der Wüste durchbrochen wird.

Zum Gelingen des Films trägt außer Ronan, der stilsicheren Inszenierung und der klasse Kameraarbeit vor allem der Soundtrack von den Chemical Brothers bei, die mit coolem Elektro-Pop-Sounddesign und vorwärts treibenden Klängen entscheidend zur Hetzjagd-Atmosphäre des Films beitragen. Ohne tiefere Substanz, aber ein gelungener Genrefilm.

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