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Heuschnupfen, allergisches Asthma

Martina Döbbe

Münster. Hyposensibilisierung oder homöopathische Mittel? Tropfen oder Tabletten? Wer ist anfälliger für Allergien: Menschen auf dem Land oder in der Stadt? Viele Fragen, viele Antworten: In der Abendvisite standen Heuschnupfen und damit verbunden das allergische Asthma im Blickpunkt des Interesses.

Die Nase zu, die Augen rot und entzündet, manchmal auch Probleme mit der Haut: So fängt es bei vielen an. Allergische Reaktionen, wenn zum Beispiel Birke- oder Erlenpollen fliegen, wenn Gräser und Getreide blühen und Allergikern das Leben schwer machen. Eins war Privatdozent Dr. Randof Brehler ganz wichtig: „Nicht sich selbst behandeln, zum Facharzt gehen und genau diagnostizieren lassen, worauf man allergisch ist.“ Nur dann könne eine Therapie erfolgreich sein.

Umwelteinflüsse, Vererbung, es gibt verschiedene Faktoren, die verantwortlich sind, dass Menschen sich mit Allergien herumplagen müssen. Und eine lästige Plage, ja oft sogar eine Qual, sei Heuschnupfen immer, betonte Dr. Brehler. Patienten klagten über schlechtes Allgemeinbefinden, das Hör- und Riechvermögen, die Atemwege und die Augen seien betroffen. Besonders kritisch werde es, wenn dann noch Asthma ausbreche. Bis zu 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leide unter Heuschnupfen, vier bis fünf Millionen bekämen das gefürchtete Asthma. 6000 Patienten sterben nach einem Asthmaanfall.

In jedem Fall einfacher sei eine Behandlung immer in einem Frühstadium. Brehler verdeutlichte den Zuhörern, dass dabei die sogenannte Hyposensibilisierung zurzeit den größten Erfolg verspreche. Aber: „Eine Therapie, die aufwendig ist und konsequent durchgeführt werden muss.“ Sie erstreckt sich in der Regel über drei Jahre, die Patienten bekommen regelmäßig ihr Allergen unter die Haut gespritzt. Aber: „Die Beschwerden sind in vielen Fällen schon nach einem Jahr zu einem Drittel reduziert, die Medikamente können um 40 Prozent eingespart werden.“ Und: Die Hyposensibilisierung wirke weit über den Behandlungszeitraum hinaus.

Für Erwachsene – „nicht für Kinder“ – gebe es auch die Therapie mit Tropfen und Tabletten. „Sie müssen täglich ebenfalls über drei Jahre eingenommen werden.“ Nebenwirkungen könnten bei beiden Behandlungsformen auftreten: „Deshalb ist eine gründliche Untersuchung und Begleitung über den Behandlungszeitraum unerlässlich.“

Die Frage nach homöopathischen Mitteln lasse sich immer noch nur am Einzelfall feststellen: „Es gibt keine Studien über Erfolge.“ Brehler warnte allerdings davor, sich selbst einfach mit frei verkäuflichen Mitteln zu behandeln, ohne zu wissen, worauf man denn nun wirklich allergisch reagiere. Hoffnung, dass im Alter die Beschwerden nachlassen würden, konnte er nicht machen: „Bei 30 Prozent bleiben die Beschwerden gleich, bei 30 Prozent werden sie schlimmer, bei 30 Prozent werden sie besser.“

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