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Highland Games in Ochtrup mit starken Männern in karierten Röcken

Ochtrup. Freundlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit, das ist es, was die Schotten auszeichnet. Auch das Feiern haben sie im Blut. Wenn früher die verschiedenen Clans zusammentrafen, dauerte es meist nicht lange bis zur ersten Schlägerei...

Anne Steven

Ochtrup - Freundlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit, das ist es, was die Schotten auszeichnet. Auch das Feiern haben sie im Blut. Wenn früher die verschiedenen Clans zusammentrafen, dauerte es meist nicht lange bis zur ersten Schlägerei. Heute sind die Schotten friedlicher. Sie messen sich viel lieber im Baumstammwerfen oder Tauziehen. Dass man dabei nicht immer schottische Gene, sondern viel mehr ein schottisches Herz haben muss, zeigte sich bei den Highland Games am Sonntag in Welbergen.

„Original Schotten“ gab es wenige, dafür aber viele Herzblutschotten, stilecht im karierten Rock. „Ich finde es super, dass die Jungs alle in Röcken gekommen sind“, freut sich Mitorganisator und Richter Karl Owers über die überdurchschnittlich vielen Rockträger. Beim Tauziehen steht der gebürtige Schotte an der Mittellinie und assistiert Hauptrichter Sir David Laing. Der informiert via Mikrofon die zahlreichen Zuschauer auf dem Gelände hinter dem „Kapellenhof“ über den Stand der Dinge.

Gerade tritt das Team von „Paddy’s Irish Pub“ gegen „Guter Geschmack seit 1982“ (Kock’s Wirtshaus) an. Laut brüllend werfen sich die Mannen ins Seil, rammen die Schuhsohlen in die Erde und zerren, was das Zeug hält. Einige Teams haben zur Anfeuerung sogar Einheizer mitgebracht. Am Ende hilft der Mannschaft „Guter Geschmack“ aber alles Schreien und Ziehen nichts, das irische Team lässt sie über die Mittellinie stolpern und gewinnt das Duell. Begeistert von ihrem Sieg stürzen die „Iren“ anschließend den Gegnern entgegen. Schon bald sind nur noch Beine und Röcke, vermengt zu einem bunten Haufen, zu sehen. David Laing muss zur Disziplin mahnen, bevor die Wettkämpfe weitergehen können. Zuvor haben sich die Teilnehmer bereits im „sheaf tossing“ (Heusackhochwurf), „stone putting“ (Steinweitwurf) sowie im „caber tossing“ (Baumstammwerfen) gemessen. Bei Letzterem stellt sich schnell heraus, dass Übung wahrlich den Meister macht. Viele Teilnehmer mühen sich bei ihren ersten Versuchen vergeblich, den über 40 Kilogramm schweren Baumstamm in der Luft zu drehen. Ausgenommen ein Teilnehmer, bei dessen ersten beiden Wurfversuchen überhaupt sich der Stamm gleich überschlägt. Damit verdient er sich auch den Respekt der beiden Schiedsrichter. „Das ist schon nicht schlecht“, würdigt Karl Owers die Leistung des Neulings.

Letztendlich trägt Jens Schwan den Gesamtsieg in den Einzeldisziplinen davon. Das Team „Bauernmaffia“ gewinnt das Tauziehen und Christian Lenking den 100-Yards-Lauf. Sieger und Verlierer lassen den Tag gemeinsam und in friedlicher Runde am Lagerfeuer ausklingen. Und das, so Karl Owers, ist es auch, worauf es bei den Highland Games ankommt: zusammenkommen und friedlich eine schöne Zeit verbringen. Die gute Stimmung, die zahlreichen Zuschauer, schwitzende Männer in Röcken – alles das schreit geradezu nach einer Wiederholung. Und die soll es auch geben, versprechen die Organisatoren. Dann vielleicht sogar mit einem Kinderwettkampf.

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