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Hilfe für seltene Greifvögel

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Tjück“, „tjück“, „tjück“ - schallt es durch die Gegend, wenn Schreiadler durch ihr Revier fliegen. Und genau wegen dieser lauten Rufe heißen sie auch so. Die Vögel sind in Deutschland stark bedroht. Es gibt nur noch knapp 100 Paare, fast alle leben in Ostdeutschland. Fachleute tun eine Menge, damit es künftig wieder mehr der kleinen Adler gibt.

Sie nutzen dabei eine Eigenheit der Vögel: Schreiadler legen meist zwei Eier. Das zuerst geschlüpfte Küken versucht aber, sein Geschwisterchen umzubringen. Es schubst den Kleineren vom Futter weg oder gleich aus dem Nest oder hackt auf ihm rum. Für das erste Küken bleibt so mehr Futter und es wird schneller groß und stark.

Die Tierschützer greifen aber seit einigen Jahren ein. Sie nehmen die kleineren Küken aus den Nestern und ziehen sie mit der Hand auf, zum Beispiel in der Naturschutzstation Woblitz in Brandenburg. Die kleinen Schreiadler bekommen Mäuse zu fressen - erst gestückelt, später auch im Ganzen. Knapp zwei Monate dauert es, bis ein Küken aufgepäppelt ist. Auf diese Weise wurden in Deutschland mehr als 20 Schreiadler zusätzlich groß, die sonst wahrscheinlich von ihren Geschwistern getötet worden wären.

Alle Schutz-Projekte machen aber nur Sinn, wenn die Adler in Deutschland auch Platz zum Leben haben. Sie brauchen wilde Laubmischwälder mit feuchten Wiesen in der Nähe, auf denen sie auch zu Fuß jagen können. Solche Gebiete gibt es aber immer weniger: In vielen Wäldern wachsen Bäume und Sträucher nicht mehr wild durcheinander. Und viele nasse Flächen wurden entwässert, damit Bauern sie nutzen können.

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