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Historie aus neuen Blickwinkeln

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Münsterland - 2000 Jahre nach der Varusschlacht, auch bekannt als Schlacht im Teutoburger Wald, beleuchtet das Ausstellungsprojekt „Imperium Konflikt Mythos“ unterschiedliche Facetten des historischen Geschehens rund um den Cheruskerfürsten Arminius und den römischen Feldherren Varus. Die Ausstellungen an den Originalschauplätzen Haltern am See, Kalkriese und Detmold erwarten bis Oktober Besucher.

» Imperium: Die Ausstellung „Imperium“ des LWL-Römermuseums in Haltern am See beschäftigt sich bis zum 11. Oktober mit dem Verlierer der Varusschlacht und seinem Hintergrund sowie mit dem Römischen Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht und Kultur: Bis heute wird Varus als behäbiger Verwaltungsfachmann wahrgenommen, der von Kriegsführung wenig verstand. „Varus war aber so wenig ein Dummkopf wie Arminius ein Held“, sagt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

Die Lebensgeschichte des Varus wird in acht Kapiteln (in der Seestadthalle und im LWL-Römermuseum) auf 2000 Quadratmetern mit der augusteischen Epoche des römischen Imperiums verflochten. Mehr als 300 hochkarätige Exponate aus internationalen Museen lassen die kulturelle Blüte des „Goldenen Zeitalters“ zur Zeit des Kaisers Augustus wiederauferstehen.

» Konflikt: Im Museum und Park Kalkriese gibt es zwei Ausstellungen. Im neu errichteten Besucherzentrum beleuchtet die Sonderausstellung „Konflikt“ die Ursachen und Folgen kriegerischer Konflikte in der germanischen Welt. 2000 Jahre Varusschlacht in Kalkriese, Detmold und Haltern. In der neuen Dauerausstellung im Museum und Park Kalkriese liegt der Schwerpunkt künftig auf dem Entdecken und Erklären der Varusschlacht und ihrer Folgen. „Die Varusschlacht und ihre Folgen sind ein Thema, das fasziniert und die Menschen in ihren Bann zieht“, so Varusschlacht-Geschäftsführer Dr. Joseph Rottmann. Die Sonderausstellung Konflikt zeigt bis einschließlich 25. Oktober Schlaglichter germanischer Konflikte in der Antike - ausgehend von der Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. bis weit ins 5. Jahrhundert - einer Zeit, in der die ersten germanischen Königreiche auf dem Territorium der einstigen Weltmacht Rom entstanden. „Mit dieser Ausstellung betrachten wir erstmals das Thema Konflikt aus germanischer Perspektive - und dies anhand herausragender Exponate aus verschiedenen Ländern Europas“, erläutert Kurator Dr. Stefan Burmeister.

» Mythos: Die Ausstellung „Mythos“ im Lippischen Landesmuseum Detmold spürt bis zum 25. Oktober dem Mythos Varusschlacht nach und stellt dabei die Protagonisten Arminius und die Germanen in den Mittelpunkt. Dichtung oder Wahrheit? Mythos oder Realität? Wer waren die Germanen und wie lebten sie? Wie wurde aus dem historischen Ereignis der Varusschlacht ein Mythos und was machte den siegreichen Arminius in den vergangenen 500 Jahren zu einer der wichtigsten Symbolfiguren der Deutschen?

Die Ausstellung führt zunächst zurück in die Antike und beleuchtet die Lebenswelten und Kulturen der Germanen zur Zeit der Varusschlacht. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus legte in seiner Schrift „Germania“ die Grundlagen für den sich später entwickelnden Mythos. Durch die Gegenüberstellung von antiker Überlieferung und archäologischen Funden wird es dem Ausstellungsbesucher ermöglicht, Bezüge zur Rezeptionsgeschichte herzustellen. Viele von den seit dem 15. Jahrhundert für die Germanen und damit für die Deutschen reklamierten Tugenden entsprechen nicht der historischen Realität. Die Ausstellung vereint auf 1000 Quadratmetern Exponate internationaler Museen, die den Mythos um Arminius, die Germanen und die Varusschlacht von der Antike bis heute lebendig werden lassen.

» Mehr zum Thema Varusschlacht gibt es im Online-Auftritt unserer Zeitung.

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