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Hoffnungslos überlegen

Cedric Gebhardt

Ahlen - Was als Duell auf Augenhöhe beginnt, entwickelt sich rasch zu einem Fiasko für Vorwärts Ahlen - mit der Folge, dass die Kicker von Jörg Böhle allenfalls auf Kniehöhe von Baris Spor vom Lindensportplatz schleichen. 1:4 lautet die Demütigung in Zahlen. Tabellenführer Oelde unterstreicht eindrucksvoll seine Ambitionen und feiert nach dem Abpfiff den Meister-Titel, der dem Team von Nico Lacalamita bei sechs Punkten Vorsprung bei zwei verbleibenden Spielen kaum mehr zu nehmen ist.

Wie schon vor rund einem Jahr beim alles entscheidenden Duell mit der ASG flatterten den Vorwärtslern auch diesmal die Nerven. Symptomatisch die 15. Minute, als Julian Methling Teamkollege Lars Bühler anschießt. Von dort aus springt der Ball zu Adnan Okic, der das Leder zur frühen 1:0-Führung in die Maschen hämmert.

Die Gastgeber bleiben (vorerst) ruhig, die DJK inszeniert zwei gefährliche Angriffe, die aber beide nicht von Erfolg gekrönt sind. Zunächst trägt Jonas Strupat nach 21 Minuten einen Angriff über die rechte Seite vor, seine Hereingabe findet jedoch keinen Abnehmer - Daniel Grabowski segelt unter der Flanke durch. Nur Sekunden später tritt Dennis Ortmann einen Freistoß, den Jonas Strupat per Kopf an die Latte leitet. DJK-Torwart Christian Splett pariert wenig später gleich doppelt gegen Almir Nurikic (28./34.). Beim 0:2 durch Osman Karaman, der aus vollem Lauf draufhält, hat aber auch Splett keine Chance.

Der Rückstand erscheint nach 45 souveränen Gäste-Minuten schon jetzt wie eine kaum zu begleichende Hypothek. Nach dem 0:3 kurz nach Wiederanpfiff verbieten sich endgültig alle Zweifel am Ausgang der Partie. Baris Spors Kapitän Ali-Mustafa Ibik wuchtet die Kugel aus 25 Metern sehenswert in den Winkel - die 400 Zuschauer staunen Bauklötze.

Bei Vorwärts erstarren die Bewegungen im Spiel nach vorne mehr und mehr zu einem Standbild. Den viel zu laschen Gastgebern gelingt es nicht, das dichte Oelder Geflecht zu entwirren. Noch dazu scheint es, als hätte die Offensive ihren Dienst quittiert. Baris Spor ist hoffnungslos überlegen. Die Begegnung wird nun ruppiger. Zahlreiche unnötige und zum Teil harte Fouls zeugen vom Frust der Platzherren. Der bereits verwarnte Daniel Grabowski sieht in der 82. Minute Gelb-Rot. Dass André Mehring in der 86. Minute auf 1:3 verkürzt, wird schon kaum mehr zur Kenntnis genommen - zumal Osman Karaman eine Zeigerumdrehung vor Schluss wiederum auf 4:1 erhöht. So bleibt für Vorwärts auch in dieser Saison nur ein Trostpreis, die Meisterschaft bejubeln andere. „Wir waren im Kopf noch nicht bereit, um aufzusteigen. Unserer jungen Mannschaft fehlt die Erfahrung, um in einem solchen Spiel etwas zu reißen“, resümiert DJK-Verteidiger André Mehring kurz nach dem Schlusspfiff. Jörg Böhle ist ebenfalls mächtig geplättet. „Diese Leistung ist für mich völlig unerklärlich. Wir waren von der ersten Minute an blockiert und haben nicht zu unserem Spiel gefunden“, konstatiert der Vorwärts- Trainer sachlich.

Derweil muss sich sein Pendant Nico Lacalamita vor einer drohenden Sektdusche in Sicherheit bringen, erklärt aber selbstbewusst: „Mir war klar, dass wir gewinnen würden. Wir haben taktisch gut gestanden und haben uns nicht versteckt.“ Wohl war, fürs Verstecken war gestern nur Vorwärts zuständig. Das falsche Signal, wenn man sich auf Augenhöhe mit dem Platzhirsch wähnt und diesen verdrängen will.

Vorwärts: Splett - K. Ortmann, Mehring, Strupat, Pälmke, Bühler (46. Hahnemann), Lötschert (46. Venker), Knörnschild, Grabowski, Methling (63. Yilmaz), D. Ortmann

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