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Schützenfeste im Kreis Coesfeld

Hofnarren ergreifen Zepter

Theo Heitbaum

Ascheberg - Als Martin Höhne gerade sein letztes Königsbier genoss, zeigten die Finger der Hofnarren auf Manfred Reckel. Der „Rote“ aus ihrem Kegelclub war der Favorit auf die Höhne-Nachfolge. Dem (hof-) närrischen Spaß am Hoppenberg folgte auf Schlingermanns Weide der königliche Ernst: Einige Mitglieder des Clubs blieben in der heißen Phase des Vogelschießens vorne. Mittendrin: der Mann mit den roten Haaren, Manfred Reckel. Nach dem 110. Schuss um 17.24 Uhr stand die Farbenlehre für das Schützenfest 2010 fest: Der „Rote“ mit dem königsblauen Herzen übernimmt bis zum 2. Juni 2011 das Zepter. Er wird das Schützenvolk mit Dorle Hillmann regieren.

„Fusion“ hatte Vogelbauer Günther Brochtrup die zweiköpfige Holzfigur für den Schießwettbewerb getauft. Daraus wurde schnell Konfusion, denn bei jedem Schuss fielen Holzteile zum Boden, teilweise richtig große Brocken aus Flügeln oder Schwanz. Trotz des Wissens um einen dickeren Rumpf war das Vertrauen in die Standfestigkeit gering. Wer nach der ersten Runde mitschoss, durfte getrost zu den Königsanwärtern gezählt werden: Heiner Kröger, Ludger Borgmann sowie die Hofnarren Andreas Barthold, Herbert Kröger, Horst Sabe und eben Manfred Reckel. Der 50-Jährige, der als Obmann bei den Fußballern des TuS Ascheberg vorweg geht, wechselte aus der Schützenreihe auf den Königsthron. So überschwänglich wie er freudestrahlend immer wieder die Faust gen Himmel streckte, wurde er vom Schützenvolk gefeiert. „Ein Super-König!“, freute sich Präsident Rainer Heubrock nach dem spannenden Wettbewerb vor einer ordentlichen Kulisse auf Schlingermanns Weide.

„Wir haben heute Morgen wie in jedem Jahr geflachst, dass Manni König wird, aber ernst ist es erst hier an der Vogelstange geworden“, war Königin Dorle Hillmann entspannt zum Festplatz gekommen, um sich dann im Eilverfahren auf die zuerst drohende, dann reale neue Rolle einstellen zu müssen. Einen ersten Vorgeschmack auf den heutigen Königsball servierten Manfred Reckel und Dorle Hillmann mit ihrem Hofstaat Norbert und Helene Reckel, Herbert und Ulrike Kröger, Manfred und Ulla Kröger, Andreas und Heike Barthold, Günther und Ingrid Heubrock sowie Horst und Manuela Sabe beim Fest nach der Proklamation, die Schützen-Präsident Rainer Heubrock mit seinen Vertretern Dietmar Panske und Andreas Reckel im überfüllten Zelt vorgenommen hatte. Unterstützt vom erweiterten Hofstaat aus den Kegelclubs Hofnarren und Keiner Kanns ging die Post, angeheizt von Woba-Musik, bei der Party richtig ab. So wollen die Schützen heute Abend weitermachen.

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