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Holzklotzwurf in Oldenburg - Der Horror jedes Autofahrers

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Nikolai H. ist kein Mann, der auf viel Verständnis hoffen darf. Sollte sich herausstellen, dass er den Holzklotz auf das Auto geworfen hat, in dem Olga K. aus Telgte mit ihrer Familie nach Hause fahren wollte, dann kann er nur wenig Gnade erwarten. Eine lange Zeit im Gefängnis wäre die Strafe für eine Tat, die an Gemeinheit kaum zu überbieten wäre.

Die Tat am Ostersonntag in Oldenburg hat allen einen heftigen Schrecken versetzt, die regelmäßig unter Autobahnbrücken herfahren. Es hätte sie alle treffen können. Das ist der Grund für das bundesweite Interesse an der Suche nach dem Täter, an dem Schicksal der Familie und an dem Prozess, der Anfang November vor dem Landgericht in Oldenburg begonnen hat.

Die beiden Kinder der damals 33-jährigen Frau und ihr Mann mussten miterleben, wie das 5,9 Kilogramm schwere Geschoss die nichts ahnende Telgterin traf und sie sofort starb. Der Witwer schildert den Unfall ein halbes Jahr später. Er berichtet von dem „schrecklichen Knall“, als der Block aus Weidenholz durch die Windschutzscheibe brach, von den Kindern, die so schrien „wie noch nie“. Nur seine Frau sei so merkwürdig ruhig gewesen. Bei dem Versuch, sie wiederzubeleben, bemerkt er ihre zersplitterten Knochen.

Der Angeklagte sagt zu all dem nichts – obwohl es viele Hinweise gibt, dass es Nikolai H. gewesen sein könnte. Sein Handy hat zur Tatzeit Spuren auf der Autobahnbrücke hinterlassen, am Holzklotz klebten Erdspuren, die dem Boden im Garten von H.‘s Haus ähneln. In einem Verhör hat der damals drogenabhängige Mann gestanden, den Holzklotz geworfen zu haben. Das zieht er später zurück. Ob er es war, das versucht das Gericht in den kommenden Monaten herauszufinden.

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