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Filmrezensionen

Home for Christmas: Klein und fein

wn

Wie das Fest der Familie in einem fiktiven Dorf in Norwegen funktioniert, zeigt die lakonische und von melancholischer Stimmung durchzogene Weihnachtsgeschichte „Home for Christmas“ mit viel Liebe zu den Figuren, die alle mehr oder weniger unfreiwillige Versager im Alltag sind. Aber in der Nacht der Wunder hoffen sie auf den Stern, der ihr Leben zum Leuchten bringen könnte. So was zu erzählen, ist schwierig, und wer herkömmliche Heiligabend-Filme im Sinn hat, muss umdenken. Eis und Emotionen gab es auch in Frank Capras „Ist das Leben nicht schön?“. Aber im Film von Bent Hamer („O´Horten“) kommt die Erfüllung der Wünsche mit einem Obdachlosen daher, der mit dem Titel gebenden Schild um ein paar Münzen für die Zugfahrt zu den Eltern bettelt. Wie er fühlen sich auch andere nicht daheim. Ein Arzt macht lieber Notdienst statt mit der Gattin zu feiern; eine Frau hat Sex mit einem Mann, der dann lieber zur Gattin wechselt; ein von der Ehefrau Rausgeworfener lässt sich was einfallen, um den Rivalen auszustechen; eine Verkäuferin entdeckt vor ihrem Wohnwagen in einem Penner ihre Jugendliebe. Eine Sozialkomödie ist der Film, aber eine feine mit zärtlichem Gestus, die eines lehrt: Der gemeine Norweger schüttelt sich, wenn er zum Braten Limonade statt Alkohol trinken soll. -ger-

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