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MV Namensforscher

Hopp hatte beruflich mit Hopfen zu tun

wn

MV-Leserin Stefanie Stünkel fragt nach der Bedeutung des Familiennamens Hopp.

Der mit über 9000 Namensträgern in Deutschland sehr häufige Nachname Hopp findet sich in allen Regionen. Konzentrationen sind für die Metropolen Berlin und Hamburg sowie für den Landkreis Ostholstein festzustellen. Eine solche Verbreitung deutet einerseits auf Mehrfachentstehung, andererseits sind viele Namen aus den ehemaligen Ostgebieten im Nordosten (Ost- und Westpreußen, Pommern) gerade in Berlin, Hamburg und Holstein zu finden. Auch der Name Hopp war vor dem Zweiten Weltkrieg vor allem in Ostpreußen sehr häufig. Ferner gab es den Familiennamen auch im Sudetenland, auch aus dieser Region werden viele heute in Deutschland lebende Familien Hopp stammen. In Polen und Tschechien gibt es heute zusammengerechnet noch rund 220 Namensträger, dazu kommen etwa 300 Personen „Hop“, deren Name aus Hopp verkürzt wurde.

Der Name Hopp kann von dem erheblich häufigeren Familiennamen Hoppe nicht getrennt werden. Im gesamten niederdeutschen Gebiet und in den nördlichen Mundarten des Hochdeutschen von der Pfalz über das Sudetenland bis Schlesien liegt den Namen Hopp und Hoppe die Bezeichnung des Hopfens zugrunde. Die Namensform Hoppe ist mit dem Pflanzennamen in seiner Normalform identisch, bei Hopp handelt es sich um eine mundartlich verkürzte Form.

Der Hopfen wird in Deutschland etwa seit dem 8. Jahrhundert angebaut, die Hopfendolden werden beim Bierbrauen verwendet und erhöhen die Haltbarkeit des Bieres. Weniger bedeutsam war die Verwendung des Hopfens als Arzneipflanze.

Die Familiennamen Hoppe/Hopp sind dort, wo der Hopfen Hopp(e) hieß, als indirekte Berufsnamen zu bestimmen, wobei der Hopfenanbauer wie auch der Hopfenhändler gemeint sein konnte. Der Name Hoppmann/Hopmann wird vor allem den Händler benannt haben, während Hopp(n)er, Höp(p)ner und Höppener Anbauer und/oder Händler meinten. Die seltenen Namen Hoopengardner und Hoppegarten beziehen sich sicher auf den Anbau. Hoppensack und Hoppesack werden den Hopfenhändler oder -lieferanten gemeint haben.

Im Hochdeutschen lautet der Pflanzenname Hopfen oder Hopf. Bei den insgesamt zahlreichen Familien Hopp und Hoppe in Süddeutschland, in Österreich, in der Schweiz und im Elsass kann daher kein Zusammenhang mit der Hopfenpflanze bestehen. Hier hängen die Namen entweder mit dem Tätigkeitswort „hoppen“ zusammen, das je nach Gegend „hüpfen, springen, tanzen“ oder auch „humpeln, hinken, ungeschickt gehen“ bedeutet. Auch ein bestimmter Bauerntanz mit hüpfenden Bewegungen namens „Hoppeltanz“ (auch Hoppendanz, Hoppaldei, Hoppalrei, Hüppelreie oder ähnlich) wurde verkürzt „Hopp“ genannt. Die Beinamen Hopp und Hoppe konnten sich auf einen Tänzer oder einen Hinkenden beziehen.

Alternativ kann es sich im hochdeutschen Gebiet um Wohnstättennamen handeln, die den Wohnsitz am „Hoppe“ (Erhöhung, Hügel) bezeichneten.

Bei den auf den Hopfen bezogenen süddeutschen Familiennamen gibt es die gleichen Namentypen wie im Norden: Hopf(f) und Hopf(f)e, Hopfmann, Hopf(e)ner, Höpf(f)ner, Hopfer.Winfried Breidbach

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