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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Hopsten: Ja zum Terra.Vita-Beitritt - Nein zur Erweiterung

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Hopsten. Hopsten hat keine Schlösser – folglich liegt die Gemeinde auch nicht mehr an der „100-Schlösser-Route“ des Kreises Steinfurt. Aber Naturschutzgebiete hat die Kommune. Zehn Stück sogar. Und genau darin könnte ein Pfund liegen, mit dem Hopsten künftig wuchern kann. Am Donnerstagabend beschloss der Rat den Beitritt zum „Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Osnabrücker Land e. V. – Terra.Vita“. Aus dem Tecklenburger Land sind derzeit acht Kommunen Mitglieder des Naturparks.

Es ist jedoch nicht so, dass die gesamte Gemeinde künftig Gebiet des Naturparks ist. Nur die etwa 90 Hektar von den Gebieten Heiliges Meer und Heiliges Feld rund um den Heideweiher, den Erdfallsee und das große Heilige Meer sind dann Teil von Terra.Vita. Viel wichtiger sei jedoch, dass „Hopsten touristisch erschlossen wird“, sagte Bürgermeister Winfried Pohlmann in der Ratssitzung.

Weiter sei angedacht worden, die Naturschutzgebiete in Schale und Halverde auch als Gebiet des Naturparks auszuweisen. Da die Verbindung aber über einen langen Korridor von landwirtschaftlichen und privaten Flächen, geführt hätte, sei dieser Vorschlag vorerst verworfen worden, berichtete Pohlmann. Vor allem die Landwirte befürchteten Nachteile bei einer solchen Lösung.

Die Zurückhaltung der Landwirte und die scheinbar große Unsicherheit, was mit naturparkzugehörigen Grundstücken passieren darf und was nicht, sorgte auch dafür, dass der Beschluss über eine räumliche Erweiterung des Naturparks verschoben wurde. UWG und CDU hatten noch „erheblichen Diskussionsbedarf“ und lehnten daher einen Ratsbeschluss zu dieser Frage ab. Im Bau- und Planungsausschuss, der am 4. Juni, tagt, soll das Thema abermals behandelt werden. Die beiden Fraktionen sahen besonders die Planungshoheit der Grundstückseigentümer als gefährdet an.

Die Gegenargumentation von Bürgermeister Winfried Pohlmann, dass Terra.Vita schriftlich zugesichert habe, keinerlei Vorgaben für eine eventuelle Bebauung der Naturparkgebiete zu machen, verhallte weitestgehend ungehört. Auch der Hinweis von Reinhard Lah (FDP) auf die Sitzungsvorlage brachte keinen Erfolg. In der Vorlage heißt es wörtlich: „Ein Naturpark ist kein Schutzgebiet, sondern muss überwiegend aus solchen bestehen. Somit entfaltet allein die Lage in einem Naturpark keinerlei Rechtswirkungen oder Einschränkungen für Landnutzer, sprich die Landwirtschaft. Die Planungshoheit der Gemeinde bleibt unangetastet.“ Rolf Zimmermann (UWG) betonte, dass der formale Weg unbedingt eingehalten werden müsse. Dazu gehöre auch, die Bedenken der Anrainer zu hören und ernst zu nehmen.

Für Hartmut Escher, Geschäftsführer des Naturparks, sind die Bedenken, gerade die der Landwirte, nichts Neues. Er betont aber immer wieder, dass das Ziel von Terra.Vita „eine umweltverträgliche Naturerschließung“ sei. „Wir wollen die Natur nutzen, aber nicht zerstören“, sagt Escher auf Anfrage unserer Zeitung.

„Aber wir kümmern uns nicht um landwirtschaftliche Anliegen“, betont Escher. In Ibbenbüren etwa sei der Bereich um das Bergbaumuseum Teil des Naturparks – als komplett bebautes Gebiet. „Wir möchten die Landschaft in Szene setzen, Projekte anstoßen und den Kommunen Hilfe bei der Vermarktung ihrer Stärken bieten“, sagt der Terra.Vita-Geschäftsführer. Ein Eingriff in die Landwirtschaft oder die Auflage, alle Naturparkgrundstücke auch zum Naturschutzgebiet zu machen, liege dem Verein allerdings fern.

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