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„Ich bin’s, Mickie Krause!“

Gudrun Niewöhner

Borghorst. „Ich bin’s, Mickie Krause!“ Nein, vorstellen hätte sich der Profi vom Ballermann seinen Fans am Samstagabend ganz sicher nicht müssen. Sie kennen ihn! Und er weiß, was sie von ihm als Stargast bei der großen Prunk- und Galasitzung der Vereinigten Schützen erwarten: Party, Party, Party! Keine zwei Minuten braucht Mickie Krause, da stürmen seine weiblichen Anhängerinnen die Bühne, der Saal steht auf den Stühlen. Simple Texte („Zehn nackte Friseusen“, „Jan Pillemann Otze“, „Finger im Po, Mexiko“), eingängige Melodien – das ist sein Erfolg. Die meisten mögen’s.

Natürlich wollen sie ihn sehen. Live. Doch bevor Mickie Krause am Samstagabend die Buchenberghalle für sich erobert, müssen sich die Steinfurter Narren in Geduld üben. Über vier Stunden Programm hat das Karnevalskomitee wieder einmal zusammengestellt. Und natürlich kommt Mickie Krause erst gegen Ende.

Von Beginn an dabei und mindestens genauso wichtig wie der Ballermann-Sänger: das Steinfurter Dreigestirn. Prinz Georg I. (Hellmann) wird zusammen mit seiner Lieblichkeit Tanja I. und Zeremonienmeister Sascha („Bauer) Lehmkuhl begeistert empfangen – nicht nur von den Prinzen-Schützen. Artig bedankt sich Georg I. bei allen, die ihn seit seiner Proklamation im November unterstützt haben: „Begleitet uns weiter durch die Session!“ Wohl eine Selbstverständlichkeit, anders kann der tosende Applaus nicht gewertet werden. Sein Motto hat der Zahntechnikermeister schon wiederholt erklärt: „Feiert, bis der Zahn schmerzt!“

Ein Beispiel an Barack Obama soll sich Andreas Hoge für den bevorstehenden Kommunalwahlkampf nehmen. Diesen Tipp haben die vier Männer von „Bass & Bässer“ für Steinfurts bisher einzigen Bürgermeisterkandidaten. Und obschon Hoge selbst am Samstagabend keine Zeit hatte, zum Karneval zu kommen, hatten Martin Bußmann, Marcus Hues, Ingo Davids und Heiner Bleiber ihm etwas zu sagen. Ob der Erste Bürger der Stadt ihren Forderungen („Ziehen Sie von Emsdetten nach Borghorst“, „eine Bürgerhalle für alle“) allerdings nachkommen wird – abwarten . . . Egal, wen oder was sie gerade zwischen den Zähnen haben, zu jedem lokalen Thema fiel dem MGV-Quartett ein passendes Liedchen ein. Und als Heiner Bleiber dann auch noch auf seiner Mundharmonika spielt, verklären sich die Blicke und Feuerzeuge werden herausgekramt.

Keine weite Anreise hatte die „Hof-Tanzgarde“ des neuen Dreigestirns. Unter den kritischen Augen von Trainerin und Prinzessin Tanja verzaubern die Prinzen-Mädels das Publikum gleich dreimal – als Gardetänzerinnen und mit zwei Showeinlagen. Dass sie Spaß am Tanzen haben, war auch den „Ladykrachern“ ins Gesicht geschrieben. Und sie sagen, wer die wahren Freunde der Frauen sind: „Diamonds are a girl's best friend.“

Froh, endlich mal wieder weg von zu Hause zu sein, war „Heini aus dem Münsterland“. Warum? „Ich kann meiner Frau nichts recht machen.“ Und was sich so zwischen ihm und seiner Angerauten abspielt, davon berichtet Heini, alias Andreas Wollschläger, den Steinfurter Jecken.

Fast unbemerkt steht Mickie Krause ein paar Minuten vor seinem Auftritt neben dem Halleneingang: Jeans, T-Shirt, Lederjacke, Turnschuhe – und natürlich Perücke. Borghorst kennt der Wettringer Star: „Ich habe hier schon gearbeitet.“ Als Heilerzieher. Man mag es kaum glauben. „Aus den Jugendlichen ist nichts geworden, aus mir auch nicht.“ Mickie kokettiert. Nach zwei Zugaben ruft er seinen Fans zu: „Versucht mich zu vergessen!“ Niemals würden sie das tun! Niemals. Sie lassen ihren Liebling so schnell deshalb nicht ziehen. Er muss Autogramme schreiben. Viel Zeit bleibt aber nicht. Um 0.30 Uhr soll Mickie Krause in Stadtlohn auftreten. Zu dieser Zeit sorgt in der Buchenberghall die Gruppe „Fine Time“ für Stimmung.

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