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USC Münster

Im Aufwind nach Münster

Ulrich Schaper

Münster - Für den VfB sollte es der Anbruch einer neuen Ära sein: Nach dem Pokalsieg 2008 schickte sich der Verein aus dem Süd-Westen Thüringens an, in die Spitze der Frauen-Bundesliga vorzustoßen. So hoch, wie dieses Ziel gehängt wurde, so tief war der Fall auf Platz sieben am Ende der vergangenen Spielzeit. Die schlechteste Platzierung der sechsjährigen Ligazugehörigkeit. Ein herber Rückschlag für alle Beteiligten, der seine Spuren bei Mannschaft, Trainer und Vorstand hinterließ. Die Konsequenz war die Trennung vom damals verantwortlichen Michael Schöps.

Seither weht ein anderer Wind beim VfB. Nicht nur an der Seitenlinie hat mit Jean-Pierre Staelens eine personelle Veränderung stattgefunden, auch auf dem Parkett hat die Mannschaft von heute mit der von damals wenig gemein. Fünf Neuzugänge hatte Staelens zu integrieren - ganz zu schweigen davon, dass er selbst erst einmal in Suhl „ankommen“ und sich an Umfeld und Mannschaft gewöhnen musste. Nach Angeboten aus Frankreich und Belgien entschied sich der 53-Jährige letztlich für Suhl, weil ihn die Aufgabenstellung dort reizte.

Seit Mai arbeitet er nun mit der Multi-Kulti-Truppe zusammen, in der neben den deutschen auch Spielerinnen aus Serbien, Kroatien, Polen, Japan, Tschechien und Schweden auf Punktejagd gehen. Beim Saisonauftakt wurde die Alemannia aus Aachen in nur 69 Minuten abgefertigt. Trotzdem fand Staelens nicht an allem Gefallen, was seine Schützlinge darboten.

„Natürlich habe ich mich über den Sieg gefreut, aber es gab da schon noch einige Sachen, die wir beispielsweise in der Vorbereitung viel besser gemacht haben“, sagt der neue Verantwortliche. „Es ist immer schwer, den Leistungsstand in Prozent auszudrücken, aber ich denke, wir sind momentan noch nicht einmal bei 50 Prozent.“

Nicht nur deswegen sieht Staelens den USC im Vorteil. „Wir haben am vergangenen Wochenende leider pausieren müssen. Gerade am Anfang der Saison ist es natürlich immer gut, wenn man einen Spielrhythmus findet. Schade für uns - hier hat Münster sicher einen Vorteil“, sagt Staelens, der aber sogleich nachschiebt, dass er am Berg Fidel „eine offene Partie“ erwarte.

Obwohl er der Bundesliga in den vergangenen Jahren nach eigener Aussage nicht allzu große Beachtung geschenkt hat, ist Münster für ihn keine unbekannte Größe. Oft war er hier mit Mannschaften zu Freundschaftsspielen zu Gast und natürlich kennt er den USC auch aus Zeiten, in denen seine Töchter Kim und Chaine hier erfolgreich spielten und sogar den Meistertitel feiern konnten.

Wo seine Mannschaft am Ende der Saison stehen wird, dass könne er noch nicht sagen. „An Vilsbiburg und Schwerin geht kein Weg vorbei, dahinter gibt es aber eine Vielzahl von Teams, die um die folgenden Plätze kämpfen werden - da wollen wir dabei sein.“

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