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Ahlener SG

Im Nebel gestochert

Cedric Gebhardt

Ahlen. Letztlich war es viel Rauch um nichts. Vor dem Heimspiel gegen den HSV Hannover wollte die Ahlener SG die Stimmung zusätzlich anheizen, ließ erstmals Nebelmaschinen auffahren und setzte bei der Teampräsentation eine kleine Lasershow ein. Doch bereits nach wenigen Minuten drängte sich den Zuschauern der Eindruck auf, als hätte es den heimischen Handballer die Sinne vernebelt. Jedenfalls fischten die Rot-Weißen von Beginn an im Trüben.

Zwar gelang der ASG durch Stefan Pries die 1:0-Führung, doch das sollte es auch schon gewesen sein mit aller Herrlichkeit. Denn fortan übernahmen die Gäste die Regie und zeigten der ASG, wo’s lang ging. Durch Rasmus Gersch gelang den Hallenherren, die keineswegs wie solche aufführten, immerhin noch der 2:2-Ausgleich. Anschließend zogen die Niedersachsen davon und die Ahlener sahen allenfalls noch deren Nebelschlussleuchten. Immer höher gerieten die Gastgeber in Rückstand. Nach elf Minuten zog Jens Pfänder beim Stand von 3:6 die Reißleine, nahm eine Auszeit. Doch auch die sollte die im Nebel so wichtigen Fernlichter bei der ASG nicht wieder anknipsen. Statt dessen gingen die Lichter mehr und mehr aus, lag die ASG nach 20 Minuten mit 4:10 hinten. Kein Spieler erreichte annähernd Normalform. Aufgebracht und ungläubig verfolgte Trainer Pfänder das Geschehen auf dem Parkett. Würfe, die seine Jungs normalerweise mit Boxhandschuhen verwerten würden, verfehlten ihr Ziel. Die in jeder Beziehung hellwachen Hannoveraner deckten offensiv und aggressiv, womit die ASG nicht zurecht kam. Zudem hatte der HSV mit Volker Hoffmann eine grandiosen Torhüter zwischen den Pfosten, der ein gutes Dutzend Top-Paraden zeigte und die heimischen Schützen damit zusätzlich zur Verzweiflung trieb.

Hinzu kam, dass der normalerweise sichere Siebenmeter-Schütze gleich dreimal Nerven zeigte und vergab. Später netzte Rasmus Gersch an seiner statt viermal per Siebenmeter ein. Doch das alles war zu wenig, um Hannover in Verlegenheit zu bringen. In die Halbzeit ging es mit einem 8:16. Und viele Zuschauer trauten ihren Augen kaum. Manager Didi Kupfernagel schimpfte in der Pause wie ein Rohrspatz. Das „kühle Blonde“ zur Beruhigung half da wenig.

Sein Puls erreichte auch im zweiten Abschnitt keinen normalen Wert. In der 36. Minute erhöhte Bastian Riedel auf 19:10 für die Gäste. Die erhoffte Aufholjagd der Ahlener blieb aus. Und so spielte Hannover souverän seinen Streifen herunter, während die Gastgeber immer mehr Bauklötze staunten. Als nach 60 Minuten die Schlusssirene ertönte, hielt die Statistik einen 32:24-Erfolg für Hannover fest. Die ungewöhnlich späte Anwurfzeit und der Nebel waren der ASG offensichtlich nicht gut bekommen. Diese Nacht- und Nebelaktion war jedenfalls gründlich daneben gegangen.

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