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Im Ohr gibt´s ein ovales Fenster

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Ein Tag im Frühling. Ein paar Jugendliche sitzen auf einer Bank und wippen mit dem Kopf zur lauten Musik. Ein älterer Mann, der an der Gruppe vorübergeht, schüttelt den Kopf. „So ein Lärm!“, murmelt er und verschwindet schnell. Mit dem Lärm ist das so eine Sache: Geräusche, die einer richtig toll findet, sind für andere total nervig.

„Was wir als Lärm empfinden, hängt sehr damit zusammen, was wir gewohnt sind und in welcher Stimmung wir uns gerade befinden“, erklärt Jochen Rosenfeld. Er ist Hals-Nasen-Ohrenarzt an einer berühmten Klinik in Berlin. Und er kennt sich aus mit unserem Gehör.

Wie hören wir überhaupt? Folgen wir doch mal einem Geräusch in unser Ohr: Geräusche dringen als Schallwellen ins Ohr. Sie werden durch den Gehörgang geleitet und prallen am Ende auf eine Membran: das Trommelfell. Dieses beginnt zu schwingen - so wie das Fell einer Trommel, wenn du daraufhaust.

Das Trommelfell ist mit einem Knöchelchen im Mittelohr verbunden: mit dem Hammer. Über zwei weitere kleine Knochen, den Amboss und den Steigbügel, gelangt der Schall an eine zweite Membran: das ovale Fenster.

Von dort geht es weiter ins Innenohr, genauer gesagt in die Hörschnecke. Die heißt so, weil sie aussieht wie ein Schneckenhaus. Sie ist mit Flüssigkeit gefüllt und innen mit sogenannten Haarzellen ausgekleidet. Jochen Rosenfeld erklärt: Die Haarzellen tragen kleine Fortsätze, die unter dem Mikroskop ähnlich wie Haare aussehen. Sie ragen in die Flüssigkeit hinein. Wenn sich die Flüssigkeit bewegt, bewegen sich auch diese Fortsätze.

Dadurch entsteht ein sogenannter elektrischer Impuls. Elektrische Impulse transportieren Informationen über die Nervenbahnen durch den Körper. Und so wird schließlich auch die Geräusch-Information ins Gehirn weitergeleitet. Dann endlich nehmen wir das Geräusch bewusst war - wir hören!

In echt geht das natürlich alles blitzschnell.

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