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Im Wald purzeln die Köstlichkeiten

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In den Parks und Wäldern prasselt es derzeit nur so von den Bäumen. Auch Eichen, Kastanien und Buchen werfen ihre Nussfrüchte ab. Doch warum ist das so?, fragte Kalle den Naturschutzexperten Magnus Herrmann. Er arbeitet beim Naturschutzbund Deutschland – kurz Nabu.

Warum werfen die Bäume überhaupt Früchte ab?

Magnus Herrmann: Damit wollen sie sich fortpflanzen. Wenn so eine Frucht in die Erde gelangt, kann daraus nämlich ein neuer Baum wachsen. Viele Bäume können ihre Früchte nur fallen lassen. Aber sie bekommen Hilfe von Tieren. Damit die Tiere auch Lust dazu haben, haben die Bäume über Jahrtausende immer tollere und schmackhaftere Früchte entwickelt und haben oft sehr viele davon. So lohnt es sich für die Tiere, sich für die Früchte zu interessieren. Und der Baum kann sicher sein, dass mehr Früchte da sind, als die Tiere fressen könnten.

Wie funktioniert das denn genau?

Magnus Herrmann: Manche Tiere wie Eichhörnchen oder Eichelhäher sammeln für den Winter Eicheln und Bucheckern. Sie stecken die Früchte an unterschiedlichen Stellen als Vorrat in den Boden. Wenn sie aber viele Verstecke angelegt haben oder Schnee liegt, finden sie häufig nicht alles wieder. Und manchmal ist der Winter ja auch so mild, dass die Tiere ihre Vorräte nicht alle brauchen. Eigentlich mögen aber alle Waldtiere von der Maus über das Wildschwein bis zum Hirsch diese Früchte. Die sind nämlich reich an Nährstoffen.

Können wir Menschen solche Früchte auch essen?

Magnus Herrmann: So wie Nüsse kann man auch Bucheckern schälen und roh essen. Aber gesünder ist es, sie in der Pfanne zu rösten. Dann zerfallen die Stoffe in den Bucheckern, die nicht so lecker sind. Früher haben das die Leute sehr oft gemacht. Bucheckern wurden gemahlen und zu Brot oder Gebäck verarbeitet. Es gibt auch Bucheckern-Pfannkuchen.

Können Tierparks Eicheln oder Kastanien gebrauchen, wenn wir sie sammeln?

Magnus Herrmann: Viele Tierparks nehmen sie gern an. Aber man sollte sicherheitshalber vorher beim Tierpark in der Gegend anfragen.

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