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Ortsplanung

In Bevergern steckt viel Potenzial

Stephan Beermann

Bevergern. Der historische Stadtkern zweigeteilt und durchschnitten von einer breiten Landesstraße – aus Sicht eines Freiraum- und Stadtplaners wie Prof. Edgar van Schayck ist das Erscheinungsbild, das Bevergern dem Durchreisenden derzeit bietet jammerschade, quasi eine Verschwendung wertvoller Potenziale. Der Ort sei es wert, aufgewertet und entdeckt zu werden; er könnte viel mehr Besucher und Touristen anlocken als bisher. Und weil Bürgermeister Heinz Hüppe und die politischen Vertreter der Stadt das ganz ähnlich sehen, werden ab sofort Stadt und Hochschule Osnabrück in den nächsten Wochen und Monaten enger zusammenarbeiten und nach realitätsnahen Lösungen suchen, wie der Misere beizukommen ist. Mit im Boot sind rund 15 Studenten des fünften Semesters der Fakultät Agrarwissenschaft und Landschaftsarchitektur. Ab nächste Woche werden sie die Burgenstadt genau unter die Lupe nehmen, die Bewohner und ihre Repräsentanten befragen, sie werden alles Mögliche für die Bestandsaufnahme fotografieren und sogar die Abgase im Stadtkern messen. Viele Fragen werden sie entwickeln, wobei für den Bürgermeister eine davon im Vordergrund steht: Wie kann man den Ortskern aufwerten? Denn der Zustand, wie er jetzt ist, dürfte weit weg vom Ideal sein. Aus ganz verschiedenen Blickwinkeln wird nun nach Verbesserungen gesucht. Sogar ein Beleuchtungsplaner ist dabei. Andere untersuchen die Verkehrssituation. Auch die Nutzung und die Baustruktur der Gebäude wird eine besondere Rolle spielen. Im Zentrum der Forscher stehe der Abschnitt zwischen Torfmoorstraße und Westfalenstraße, so der Hochschullehrer. „Wie kann man das zweigeteilte Zentrum zusammenbringen? Wie lässt sich die Trennung von Nord- und Südhälfte der Altstadt aufheben?“ Das ist für ihn eine Frage, auf die er bis Januar, wenn das Projekt abgeschlossen wird, Antworten sucht. Und er nennt auch gleich einige: Querungshilfen könnten hilfreich sein, auch Rückbaumaßnahmen, um die Straße schmaler zu machen und um den Blick zur Seite und nicht in die Ferne zu lenken. So könnte das Tempo des Verkehrs gedrosselt werden. Spuren der Geschichte sollen erlebbar und erkennbar gemacht werden, zum Beispiel durch ein Beschilderungssystem. Bis Jahresanfang sollen vier oder fünf konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen und öffentlich vorgestellt werden. Nicht alle Details der Analyse werden positiv sein, sagt van Schayck voraus. So manche „Bausünde“ habe er schon bemerkt. Die Arbeitsteilung ist festgelegt. „Wir werden vorschlagen, die Umsetzung macht die Stadt“, so van Schayck, und weiter: „Sie haben hier eine so schöne Umgebung. Es gilt, diesen Ort zu entdecken. Ähnliche Studien, nur im kleineren Rahmen, sind auch für Hörstel und Riesenbeck geplant.

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