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In der CDU rumort es

Münster/Bonn - Die nordrhein-westfälische CDU kommt nicht zur Ruhe. Vor dem Parteitag am Samstag in Bonn mehren sich die kritischen Stimmen, die vor allem einen neuen Umgang der Parteiführung mit der Basis vor Ort und in den Kommunen verlangen. Der Vorsitzende des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Wolfgang Kirsch, übte erstmals öffentlich heftige Kritik am abgewählten...

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Münster/Bonn - Die nordrhein-westfälische CDU kommt nicht zur Ruhe. Vor dem Parteitag am Samstag in Bonn mehren sich die kritischen Stimmen, die vor allem einen neuen Umgang der Parteiführung mit der Basis vor Ort und in den Kommunen verlangen. Der Vorsitzende des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Wolfgang Kirsch, übte erstmals öffentlich heftige Kritik am abgewählten Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. „Die CDU-FDP-Landesregierung hat unter der Führung von Jürgen Rüttgers nicht den Eindruck vermittelt, die Sorgen der Kommunen ernst zu nehmen“, sagte Kirsch unserer Redaktion. Dies gelte auch für die Partei. „Der Kontakt zwischen Düsseldorf und der Basis war nicht ausreichend.“ Auch Münsters Regierungspräsident Peter Paziorek, der am Samstag in Bonn als stellvertretender CDU-Landeschef nicht wieder antritt, übt Kritik an der fehlenden Kommunikation zwischen der damaligen Regierung und Parteispitze auf der einen Seite und den Kommunalpolitikern auf der anderen Seite. „Man hat in der CDU-Regierungszeit zu wenig mit den Kommunalpolitikern über ihre Sorgen geredet.“ Einwände seien vom FDP-verantwortlichen Innenministerium „zur Seite gewischt“ worden. Neben dieser Abrechnung mit der Ära Rüttgers gibt es kritische Stimmen zu den Personalvorschlägen des designierten Parteichefs Norbert Röttgen. Vor allem die Wahl von Oliver Wittke zum neuen Generalsekretär stößt auf Bedenken. Pikant: Wittke, den Röttgen in einer frühen Phase des Auswahlverfahrens zwischen ihm und Laschet die Zusage gegeben hatte, konnte in seinem Bezirksverband Ruhr keine Mehrheit für Röttgen organisieren. Während für Röttgen die Zustimmung der Basis und der Delegierten weiter sehr hoch ist, zeichnen sich bei der Wahl der fünf Stellvertreter Probleme ab. „Ich wünsche mir, dass bei den weiteren Vertretern das neue Gesicht der NRW-CDU deutlich wird“, fordert nicht nur Kirsch einen personellen Neuanfang. Vor allem die Kandidatur des Bürgermeisters der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, für das Amt des stellvertretenden Parteichefs wird immer stärker unterstützt. Konsequenz: Einer der ehemaligen Landesminister Laschet, Uhlenberg oder Laumann müsste weichen.

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