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In Hessen Widerstand gegen Fiat-Einstieg bei Opel

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Frankfurt/Main – Am Opel-Hauptstandort Hessen regt sich Widerstand gegen eine Übernahme des Autobauers durch Fiat. Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Guembel hält einen Einstieg der Italiener für falsch. Der Wiesbadener Oppositionsführer warf Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) vor, nur eine schnelle Meldung, nicht jedoch Zukunftsperspektiven zu präsentieren. „Fiat und Opel – das passt nicht.“

Der Bundeswirtschaftsminister sei nicht bei Trost und müsse diese industriepolitische Geisterfahrt umgehend beenden, meinte SchäferGümbel. „Angela Merkel lässt sich in Rüsselsheim feiern und fällt jetzt den Kolleginnen und Kollegen in den Rücken. Das ist unerträglich“, kritisierte der SPD-Politiker.

Auch die IG Metall am Standort Rüsselsheim lehnt einen FiatEinstieg ab und wirft der Regierung vor, gezielt Misstrauen gegen die Opel-Führung zu schüren. „Für diesen Deal wird es in der Belegschaft kein Verständnis geben“, sagte der Frankfurter IG-MetallBezirksleiter Armin Schild der Berliner Zeitung (Freitag). Fiat sei in Europa der Autobauer mit den größten Überkapazitäten. Der Konzern wolle nur deutsche Staatshilfen kassieren.

Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt, kritisierte das Krisenmanagement der Bundesregierung heftig. Diese habe Opel mit Roland Berger einen Berater verordnet, der selbst im Verwaltungsrat von Fiat sitze. Schild griff auch Wirtschaftsminister Guttenberg an. Dieser „inszeniert ein elendes Trauerspiel, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat“. Das Ministerium habe mit Indiskretionen gezielt Misstrauen in der Opel-Führung geschürt, sagte Schild.

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