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„Pro Reli“

Initiative als Ansporn

wn

Berlin hat nicht Gott abgewählt, sondern nur „Pro Reli“. So lautet eine Analyse nach dem Scheitern des Volksentscheids zum Religionsunterricht. Ob es so ist, muss sich noch zeigen. In der Hauptstadt beginnt der Streit über die Kampagne. War „Freie Wahl“ der richtige Slogan? Haben die Kirchen sich zu stark engagiert? Wurde die Initiative von CDU und FDP politisch vereinnahmt? Doch es bleibt die Erkenntnis: Berlin hat durch die Bürgerinitiative „Pro Reli“ erstmals eine breite Debatte über Religion und Glauben erlebt. In der angeblichen „Hauptstadt des Atheismus“ haben sich die Religiösen aus den Hinterhöfen herausgetraut.

Der Humanistische Verband liebäugelt damit, das Berliner Konzept des Ethik-Unterrichts zu exportieren. Noch steht das Grundgesetz dagegen. Doch keiner sollte sich in Sicherheit wiegen. Es reicht nicht mehr, sich auf den staatlich garantierten Rechten auszuruhen. Kirchensteuer, Religionsunterricht und Feiertage . . . Es reicht auch nicht, sich darüber zu beklagen, dass das Bistum die Pfarrei schließt oder Stellen streicht. Die Volkskirche war gestern. Wenn Christen ihre Botschaft ernst nehmen, dann müssen sie selbst in der Gesellschaft mehr für ihr Christsein einstehen. „Pro Reli“ könnte Ansporn sein.

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