1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Ins Ziel gestolpert

  6. >

Rot Weiss Ahlen

Ins Ziel gestolpert

Niklas Groß

Ahlen - Wäre Uli Laustroer von Beruf Eventmanager, hätte er die folgende Frage sicherlich voller Stolz mit einem klaren „Ja“ beantwortet. „Passen Sie mit ihrer breiten Brust jetzt überhaupt noch durch ihre Wohnungstür?“, hatte ein Gütersloher Journalist wissen wollen. Nach 90 Minuten Erlebnis-Fußball auf der Südenkampfbahn musste der RW-Trainer jedoch verneinen: für eine breite Brust gebe dieser Nachmittag nur wenig Anlass. Freilich zeigte Laustroer sich glücklich über den 4:3-Erfolg über den FC Gütersloh, keineswegs jedoch zufrieden mit dem bisher schwächsten Saisonspiel seiner Farben.

Die hatten mit einer 4:1-Führung im Rücken bis zum Abpfiff zittern müssen um drei Punkte - gegen neun Gütersloher. Überhaupt fand RW in dieser Partie zunächst kaum statt. Statt konsequenten Offensiv-Fußballs ging das Leder vielmehr schon am eigenen Strafraum verloren, Rot-Weiß wirkte unkonzentriert und seltsam passiv auch in Sachen Kommunikation. Bis zur 36. Minute erspielten sich die Hausherren so kaum Gelegenheiten, dennoch fielen nun die Tore: Stephan Eggert überwand den eigenen Keeper mit einem Eigentor, Adrian Kinscher lochte in Minute 43 zum 2:0 ein. Zwischenzeitlich hatte Tim Manstein auf der Linie retten müssen gegen den Eigentor-Schützen Eggert. Als Manstein kurz nach der Pause auf 3:0 erhöhte, schien der Sieg endgültig eingetütet, die Partie gelaufen, zumal die Gäste die letzte halbe Stunde mit neun Spielern bestritten, nachdem Daniel Telenga und Darius Duda wegen Meckerns frühzeitig duschen gehen mussten. Grund genug für einige mitgereiste Gütersloher, das Spielfeld zu stürmen und sich dort in eine Rangelei mit einer Hand voll Ordner zu verstricken.

Verunsichert zeigte sich von alldem jedoch in erster Linie Rot-Weiß, das sich zwischenzeitlich den 3:1-Anschlusstreffer per Freistoß eingehandelt hatte und nun sein bis dato effektives Offensiv-Spiel über den Haufen warf.

Zwar stellte Dino Djulbic per Kopf noch den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder her (64.), dann aber konnte Manuel Bölstler als Passgeber kein Kapital schlagen aus einer 4:1-Überzahl-Situation, gab sich Bahattin Köse zu egoistisch vor dem Gütersloher Tor, anstatt die mitgelaufenen Kameraden zu bedienen. Und so machten es beide Teams noch einmal spannend, nach den Treffern von Nnodim (73.) und Heinrich (83.) besaßen die Gäste gar noch beste Gelegenheiten zum Ausgleich. „Das ist mir unerklärlich“, konstatierte Uli Laustroer: „Die hätten in Unterzahl nicht mal mehr an den Ball kommen dürfen.“

RW Ahlen 2: Hahnemann - Dotor-Ledo, Maier, Djulbic, Pelzer - Kraus, Krahn (66. Akyüz), Bölstler, Manstein - Kinscher (78. Sawatzky), Bulut (69. Köse)

Tore: 1:0 Eggert (Eigentor, 36.), 2:0 Kinscher (43.), 3:0 Manstein (53.), 3:1 Warweg (60.), 4:1 Djulbic (64.), 4:2 Nnodim (73.), 4:3 Heinrich (83.)

Startseite