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„Inspiration für kluge Köpfe“

Klaus Baumeister

Münster. „Vergessen Sie doch einfach einmal die westfälische Bescheidenheit!“ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat gestern Abend beim Kramermahl die Münsteraner aufgefordert, offensiver die Stadt voranzutreiben.

Münster habe sich als „Kunstmetropole und Forschungsstandort im In- und Ausland einen Namen gemacht“. Trotzdem habe er „manchmal den Eindruck, es gibt zu wenig Selbstbewusstsein“. Das Land jedenfalls werde alles tun, um in Münster Hochschulen und Kultur zu fördern: „Kluge Köpfe gehen dorthin, wo es ein inspirierendes Umfeld gibt“.

Insgesamt sieht der Ministerpräsident das Bundesland Nordrhein-Westfalen auf einem aufsteigenden Ast. 2007 habe es ein Wirtschaftswachstum gegeben „wie seit 15 Jahren nicht mehr“. Die Arbeitslosenrate sei gesunken, die Neuverschuldung ebenfalls.

Die aktuelle Politik der Landesregierung fasste Rüttgers mit drei Worten zusammen: „Technologie, Talente und Toleranz“. Es genüge heute nicht mehr, einfach nur Gewerbegebiete zu erschließen und auf etablierte Wirtschaftsfelder wie Chemie und Maschinenbau zu setzen. Vielmehr müsse man die „kreative Ökonomie“ vorantreiben und für eine gute Bildung sorgen.

Zugleich warnte Rüttgers aber vor der Vermutung, der Aufschwung sei bei allen Menschen zwischen Rhein und Weser bereits angekommen. Im Gegenteil: Es gebe Tendenzen, die „soziale Balance ins Wanken“ zu bringen.

Rüttgers spielte damit auf die jüngst bekannt gewordenen Fälle von Steuerhinterziehung an, ebenso auf die geplante Schließung des profitablen Nokia-Werkes in Bochum: „Wer große Gewinne macht, gleichzeitig aber Tausende Menschen trotz hoher Produktivität entlässt, der untergräbt den Sinn für Gerechtigkeit.“

Ausdrücklich appellierte der CDU-Politiker an die Unternehmer und Führungskräfte, Verantwortung zu übernehmen. „Wer zur Elite zählt, der muss sich an hohen Maßstäben messen lassen.“ Auch wirtschaftliche Entscheidungen seien dem Gemeinwohl verpflichtet: „Es ist die Haltung, etwas zu tun, weil es notwendig ist und nicht, weil es sich rechnet.“

Abschließend zeigte sich der Ministerpräsident sehr zuversichtlich, dass Münster eine weiterhin gute Entwicklung nehmen werde: „Ich bin sicher, dass Münster Zukunft hat, wenn die Stadt es will.“ Augenzwinkernd empfahl er den Bürgern, einer Lebensweisheit des Fußballprofis Gerald Asamoah zu folgen: „Solange wir an der Spitze sind, kann keiner an uns vorbei.“

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