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Verfahren wegen exhibitionistischer Handlungen

Intensive "Körperhygiene" kommt nicht gut an

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Burgsteinfurt - Tatort war der Kieferngrundsee. Am Strand soll der Angeklagte im Juni vergangenen Jahres in grünen Frauen-Hotpants zunächst mehrmals hin- und hergelaufen sein. Anstößig fanden die überwiegend jungen und weiblichen Badegäste nicht nur seine ungewöhnliche Bekleidung, sondern auch die Tatsache, dass das spärliche Höschen sämtliche Einblicke gewährte und sich der Mann auffallend oft in die Hose fasste. Anreden wie „Hey ihr Süßen“ fanden die Mädchen eher abstoßend als wirklich prickelnd.

Der 49-jährige Bauer hatte eine andere Version: Demnach hatte er sich lediglich abseits der jungen Frauen seiner „Körperhygiene“ gewidmet. Auf mehrmaliges Nachfragen der Richterin ergänzte er mit hochrotem Kopf, dessen Farbe sich bis zum Ende der Verhandlung kaum änderte, dass dazu für ihn auch „seelische und körperliche Entlastung“ gehöre.

Angeklagt war er am Montag im Steinfurter Amtsgericht wegen exhibitionistischer Handlungen und öffentlichem Onanieren. Zwei Jugendliche hatten ihn damals angesprochen, woraufhin er das Gelände noch vor dem Eintreffen der Polizei verlassen hatte. Zu den Umständen seiner Festnahme drei Wochen nach diesem Vorfall wollte sich der Landwirt nicht äußern: „Darauf müssen wir jetzt nicht näher eingehen.“

Das Gericht hatte zu klären, ob er ganz bewusst in der Öffentlichkeit beobachtet werden wollte. Denn dann wäre es eine exhibitionistische Handlung gewesen. Zur Frage des Abstandes, den er zu den Jugendlichen hatte, wurden Fotoaufnahmen hinzugezogen.

Da eine typisch schamverletzende Tat nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, wurde der Angeklagte von dem Vorwurf freigesprochen. Er hatte sich selbst verteidigt.

Erleichtert - und mit Sicherheit auch seelisch entlastet - nahm der 49-Jährige das Urteil entgegen. Die Strafrichterin wies ihn aber darauf hin, dass sein Verhalten nicht korrekt gewesen sei und zumindest eine Ordnungswidrigkeit darstelle.

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