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Internationales Netzwerk Solar Net: Einmal um die ganze Welt

Björn Meyer

Münster - Zwei Spielrunden Doppelkopf waren nach dem ersten Treffen des Vereins „Solar Net International“ nicht möglich. Gerade einmal sieben Personen waren 2005 an der Gründung beteiligt.

Mit dabei war auch Christoph Lammen, Lehrer am Schillergymnasium. „Wir hatten uns zu diesem Schritt entschlossen, um überhaupt ein wenig weiterarbeiten zu können“, erinnert sich Lammen. Sein Team bestand aus einer ehemaligen Projektgruppe Schüler. Lammens Schüler aus Münster. Doch die Heranwachsenden verlassen eben, das ist der Lauf der Dinge, irgendwann einmal die Schule. „Als Lehrer hätte ich da alleine keine Handhabe mehr gehabt, etwas zu bewegen.“

Und dabei wollten die Beteiligten die ersten positiven Ansätze weiterführen. Ein kleines, internationales Netzwerk sollte geschaffen werden. Menschen von überall auf der Welt sollten voneinander profitieren können.

Vier Jahre später macht sich Lammen immer noch Gedanken um die Weiterführung der Arbeit. Aber in ganz anderen Dimensionen. 3600 Mitglieder aus 135 Ländern hat das Netzwerk derzeit, jeden Monat kommen einige Hundert dazu. In Foren berichten sie über den Alltag in ihren Ländern. „Wie in Deutschland eine Schule aussieht, kann in Indien ganz interessant und neu sein“, sagt Lammen.

Zudem werden konkrete Projekte bewältigt. Sprachkurse wurden ins Internet gestellt, sie findet man auf der Internetplattform „youtube“. Begegnungsprojekte in Ländern wie Brasilien und Namibia wurden geschaffen. 25 aktive Teams machen sich weltweit Gedanken, wie Solar Net mit kleinen Mitteln große Dinge bewegen kann. „Man hat schon früh gesehen, wie sehr die verschiedenen Kulturen in ihrer Arbeit voneinander profitieren“, sagt Lammen, verschweigt aber dabei nicht, dass auch ein Lernprozess dazugehört.

„Wenn ein konservativer Muslim aus dem Oman auf eine aufgeschlossene Mexikanerin trifft, müssen sich beide Seiten aneinander gewöhnen. Aber auch darum geht es: lernen, in internationalen Teams zu arbeiten“, so Lammen, der Geschäftsführer von Solar Net International ist. Der Verein setzt sich stark für erneuerbare Energien ein - daher auch der Name.

Auf die Frage, wie man solch ein Netzwerk koordiniere, hat Lammen eine einfache Antwort. „Das ist doch heutzutage kein Problem. Auf Konferenzen via Skype wird sich regelmäßig ausgetauscht.“ Moderatoren lenken, aber faktisch koordiniert sich das Netzwerk selbst.

Dennoch gibt es immer mehr zusätzliche Arbeit: „Wir hoffen, demnächst die erste hauptamtliche Stelle besetzen zu können“, belegt Lammen das gestiegene Anforderungsprofil von Solar Net, einem Verein, bei dem momentan 900 weltweite Doppelkopfrunden möglich wären.

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