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Internet-Betrüger attackieren Computer

Larissa Aldehoff

Münster - Eine regelrechte Welle von brandgefährlichen E-Mails rollt seit einigen Tagen über Münster hinweg. Den Empfängern wird vorgeworfen, illegale Musikdateien heruntergeladen und damit das Urheberrecht verletzt zu haben. Der Absender, ein Anwaltsbüro, droht mit Hausdurchsuchungen und Gerichtsterminen - es sei denn, der E-Mail-Empfänger überweist kurzfristig 100 Euro.

Wer zahlt, ist selber schuld, denn bei der E-Mail handelt es sich „eindeutig um eine Spam-Mail“, warnt Ulrich Bahlo, Computerbetrug-Experte bei der münsterischen Polizei. „Millionenfach“ überschwemme diese Mail zurzeit die Computer - „auch in Münster“. Bahlo spricht von einer „zweiten Welle“: Bereits im Frühjahr hatte sich der vermeintliche Anwalt an vermeintliche Internet-Betrüger gewandt.

„Es geht schlicht und einfach darum, Geld einzutreiben“, sagt der Experte. Dass das den Mail-Absendern in einigen Fällen tatsächlich gelingt, verwundert nicht: Die E-Mail wirkt - zumindest auf den ersten Blick - authentisch, glänzt mit Aktenzeichen und einwandfreier Rechtschreibung. Doch der Schein trügt: „Kein Anwalt würde ein solches Schriftstück per E-Mail verschicken“, betont Bahlo. Sein Rat: „E-Mail löschen, danach den Papierkorb leeren - und auf keinen Fall Links anklicken.“ So soll verhindert werden, dass Trojaner aktiviert werden - Programme also, die den Computer ausspähen können. Bahlos wichtigste Empfehlung: „Auf keinen Fall zahlen.“

Die fingierten Anwaltsschreiben sind nicht die einzigen Versuche von Computerbetrügern, an das Geld anderer Menschen zu kommen. Seit mehreren Wochen registriert die münsterische Polizei zudem verstärkt Zugriffsversuche auf Online-Bankkonten („Phishing“) - zum Beispiel, indem bei Internet-Bankgeschäften außerplanmäßig Transaktionsnummern (TAN) abgefragt werden. „Die Täter sind auf hohem Niveau aktiv, bis Jahresende rechnen wir mit einem Anstieg der Phishing-Versuche um 30 bis 50 Prozent“, berichtet Bahlo. Er rät, die verantwortliche PC-Software von Experten entfernen und den Online-Kontozugang vorübergehend von der Bank sperren zu lassen.

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