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Israelis töten bei Vorstoß in den Gazastreifen sieben Palästinenser

wn

Gaza/Tel Aviv – Das israelische Militär hat am Dienstag bei einem Vorstoß in den südlichen Gazastreifen sieben Palästinenser, darunter mindestens zwei Zivilisten, getötet. Vier der Getöteten waren Milizionäre der radikalislamischen Hamas, teilten Krankenhausärzte in Gaza mit.

Die zivilen Opfer waren ein Mann, der die Kämpfe von einem Hausdach aus verfolgte, und die Mutter eines Hamas-Kämpfers, die zusammen mit diesem in ihrem Haus erschossen wurde. Die Identität des siebten Toten war zunächst nicht klar.

Israelische Armeeverbände waren im Morgengrauen bei Chan Junis in den Gazastreifen vorgedrungen, um Mörserstellungen und Tunnelanlagen palästinensischer Extremisten zu zerstören, sagte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Panzer, Hubschrauber und unbemannte Flugzeuge unterstützten die vorrückenden israelischen Soldaten. Im Laufe der Operation, die am selben Tag beendet wurde, nahm das Militär 80 Palästinenser für Vernehmungen fest, fügte der Sprecher hinzu.

Wenige Stunden später lieferten sich Einheiten der HamasSonderpolizei im Süden der Stadt Gaza mit Bewaffneten eines palästinensischen Fundamentalisten-Clans schwere Gefechte. Mindestens fünf Hamas-Polizisten wurden verletzt, berichteten Nothelfer. Beide Seiten nahmen Männer der jeweils anderen Seite gefangen.

Der Dugmusch-Clan, dessen „Armee des Islams“ dem Terrornetz El Kaida von Osama bin Laden nahesteht, hatte im März den BBC-Reporter Alan Johnston entführt. Der britische Journalist war nach der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni nach fast viermonatiger Geiselhaft freigelassen worden. Die Hamas hatte damals erheblichen Druck auf den Clan ausgeübt.

Die Hamas reagierte indes positiv auf die Aufforderung des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi vom Vortag, mit den gemäßigten Kräften der Islamisten-Organisation einen Dialog aufzunehmen. Diese Äußerungen seien „aufmerksam und mit Wertschätzung“ aufgenommen worden, sagte der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza. Prodi hatte gesagt, man müsse „der Hamas helfen, sich zu entwickeln“.

Europa und der Westen hätten „ihren schicksalhaften Fehler erkannt, als sie sich für den Boykott unserer Bewegung entschieden“, meinte dazu Suhri. Die internationale Isolierung der Hamas hatte sich nach deren gewaltsamer Machtübernahme im Gazastreifen vor zwei Monaten verstärkt.

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